31.07.2019

Ein „Oscar“ für Oscar (Bruch)

Der Düsseldorfer Schausteller Oscar Bruch erhielt am Mittwoch (31. Juli) im Herner Rathaus die Trophäe „Bester auf Crange“. Seit 2009 würdigt die Stadt Herne mit diesem Preis im Vorfeld der Cranger Kirmes Schausteller, die sich in besonderem Maße mit dem größten Volksfest in NRW identifizieren und mit Innovation und Leidenschaft überzeugen. Der 56-jährige Unternehmer, der den Preis für sein Riesenrad „Bellevue“ erhielt, fühlte sich „sehr geehrt“: „Ich weiß das sehr zu schätzen, denn ich war schon als kleiner Bub hier. Die Cranger Kirmes ist ein ganz fester Punkt im Leben unserer Familie.“

Oscar Bruch, Vater von fünf Kindern, lebt die Familientradition in der 5. Generation. Angefangen hat alles 1828, als der Schneider und „Caroussellführer“ August Ludwig Franz Bruch von seinem Bruder ein Karussell gebaut bekam. Seit 1848 unter dem Namen Bruch unterwegs, kauften sie 1898 das erste Riesenrad. Gerade einmal zehn Meter hoch, trotzdem der erste Baustein einer Erfolgsgeschichte. 1960 baute Wilhelm Bruch das erste transportable Stahlriesenrad, das schon 20 Meter in die Höhe ragte. Oscar Bruch senior gelang dann im Jahr 1978 nicht nur eine Premiere auf der Cranger Kirmes, sondern auf der ganzen Welt: Er baute die erste Looping-Achterbahn. Im Jahr 2000 zog er sich aus dem aktiven Geschäft zurück, Sohn Oscar junior übernahm die Geschäftsführung der Riesenrad e. K. Mittlerweile ist in dem Familien-Unternehmen die 6. Generation beschäftigt, denn Tochter Wiebke Bruch ist erstmals in Crange Betriebsleitern für das „Bellevue“.

55 Meter hoch und etwa 350 Tonnen schwer

Dieses Jugendstil-Riesenrad wurde 1994 erstmals auf dem Cranger Festplatz aufgebaut. Seitdem ist es Stammgast auf dem größten Volksfest in NRW und fehlte bis heute nur zweimal. Das Bellevue wird im Jahr auf sieben bis acht Volksfesten aufgebaut. Zu den technischen Daten: 55 m hoch, 26 m breit, 20,5 m tief und etwa 350 Tonnen schwer. Das Fahrgeschäft mit dem markanten „B“ im Stahlgerüst besitzt 42 Gondeln und wird sieben- bis achtmal im Jahr auf den verschiedensten Volksplätzen aufgebaut. Zum Unternehmen von Oscar Bruch gehören neben dem „Bellevue“ übrigens noch die Riesenräder „Sky Lounge Wheel“ und „Wheel of Vision“.

Hernes OB Dr. Frank Dudda spricht von „Herzblutfaktor“

Authentizität, Konzept, Qualität, die Idee, die Bedeutung für die Cranger Kirmes und nicht zuletzt der „Herzblutfaktor“ – nach diesen Kriterien entschied die Jury für Oscar Bruch. Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda in seiner Laudatio: „Für mich ist das Bellevue mehr als ein Symbol der Cranger Kirmes. Es ist ein Wahrzeichen. Jeder Besucher sieht es bei der Anfahrt bereits von der Autobahn 42 aus, es bestimmt die Skyline unserer Kirmes. Daher haben sich Oscar Bruch und seine ganze Familie diesen Award, den wir auch gerne ,Oscar‘ nennen, mehr als verdient.“ Eine Vorlage, die Albert Ritter sofort aufnahm: „Mit diesem Preis wird die ganze Familie, eine echte Schausteller-Dynastie, gewürdigt. Der Name Bruch hat in Schausteller-Kreisen einen sehr guten Klang, und zwar nicht nur in Deutschland“, so der Vorsitzende des Deutschen Schausteller-Bundes (DSB).

Für elf Tage „Ehrenbürger“ der Stadt Herne

Für Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda ist die Verleihung des Schausteller-Awards auch immer der beste Beweis dafür, dass „die elf tollen Tage endlich beginnen“. Zudem zeige der Preis, dass „wir die Arbeit aller Schausteller wertschätzen. Sie leisten etwas Besonderes, und wir partizipieren davon. Alle Schausteller sind für elf Tage Ehrenbürger unserer Stadt“.

Die Cranger Kirmes 2019 öffnet am 1. August um 16 Uhr. Bis zum Sontag, 11. August, werden auf dem Festgelände am Rhein-Herne-Kanal ca. vier Millionen Besucher erwartet.

Bilder: Thomas Schmidt/Stadt Herne