20.07.2017

„Wir sorgen für ein hohes Maß an Sicherheit“

Bis zu 100.000 feiernde und fröhliche Menschen am Straßenrand, etwa 4.000 aktive Teilnehmer und unzählige Helfer von der Polizei, dem DRK und der Stadtverwaltung – der Festumzug anlässlich der Cranger Kirmes wird auch in diesem Jahr wieder einer der Höhepunkte der tollen elf Tage werden. Pünktlich um 10.30 Uhr startet am ersten Kirmessamstag (5. August) der „Lindwurm“ am St. Jörgen-Platz in Eickel in Richtung Kirmesplatz, gegen 12 Uhr wird der erste Wagen in Crange erwartet. Der gesamte Zug besteht aus über 110 Gruppen, darunter alleine 70 Festwagen. Und die Strecke: „Immer geradeaus“, schmunzelt Zugleiter Michael Torkowski.

Der 57-Jährige, außerhalb der Kirmeszeit im Herner Fachbereich Öffentliche Ordnung und Sport u. a. für die Allgemeine Gefahrenabwehr zuständig, erwartet auf der Hauptstraße echte Partystimmung und sieht sich für alle Eventualitäten gewappnet: „Alle Teilnehmer wurden ausführlich instruiert. Auch die Schausteller unterstützen uns und stellen während des Umzuges die Zufahrtstraßen zur Hauptstraße mit ihren Fahrzeugen zu.“

Sattelzüge und Lkw biegen vor dem Cranger Tor ab

Endpunkt für die Fest- und Mottowagen ist die Kreuzung Heidstraße/Unser-Fritz-Straße, wo sich der Zug auflösen wird. Die großen Sattelzüge und Lkw biegen dort ab, während die Fuß- und Musikgruppen von dort aus weiter in Richtung Cranger Tor ziehen können. Der Festumzug, aufgeteilt in zehn Blöcke, wird angeführt vom Wagen der Warsteiner Brauerei, den Abschluss bildet traditionell die Schaustellervereinigung Herne.

Fortgesetzt wird der Umzug übrigens zwei Tage später (7. August) im Festzelt „Glück auf Crange“, wenn im Rahmen der Veranstaltung „Engagiert in Herne“ die drei attraktivsten und originellsten Festwagen und Fußgruppen prämiert werden. Das sicherlich nicht leichte Urteil für diese Auszeichnungen fällt eine dreiköpfige Jury, die den Zug von der Ehrentribüne an der Christuskirche in Wanne-Mitte beobachten wird.

Die Schausteller sind „500 helfende Augenpaare mehr“

Nicht nur beim Festumzug, sondern während aller elf Tage steht das Thema Sicherheit ganz oben auf der Agenda der Verantwortlichen: „Wir sind gut aufgestellt und sorgen für ein hohes Maß an Sicherheit“, stimmten Sabine Marek (Sicherheitsbeauftragte), Erster Polizeihauptkommissar Uwe Hillen (Leiter der Kirmeswache) und Ralf Radloff (Berufsfeuerwehr Herne) überein. Seit Anfang des Jahres saßen die Verantwortlichen in einer Lenkungsgruppe zusammen und schnitten das Sicherheitskonzept immer wieder neu auf die gestiegenen Anforderungen zu. Auch die Schausteller sind darin integriert – „für uns sind sie mindestens 500 helfende Augenpaare mehr“, freut sich Sabine Marek. Keine Alternative war es für die Lenkungsgruppe, den Kirmesplatz einzuzäunen: „Volksfeste leben schließlich von ihrer öffentlichen Zugänglichkeit – auch das Thema Fluchtwege spielt hier eine Rolle“, so Sabine Marek. Die Kosten für Maßnahmen wie Sicherheitsdienste, Absperrungen und Beleuchtung liegen im sechsstelligen Bereich und stiegen in diesem Jahr weiter leicht an.

„Kontrollen erhöhen das Sicherheitsgefühl der Besucher“

Die Polizei setzt auf eine Mixtur aus bewährten und neuen Maßnahmen: So wird wieder eine eigene Kirmeswache eingerichtet und Personal aus den umliegenden Städten angefordert. Neu ist, dass im Polizeipräsidium Bochum ein Führungsstab sitzt, der das Geschehen auf dem Rummelplatz ganz genau beobachten wird. Zudem plant die Polizei eine mobile Videobeobachtung, „die variabel einsetzbar ist“, so Uwe Hillen, und baut auf Facebook, Twitter und Co. So geht zum Beispiel ein „Social-Media-Team“ an einem Tag auf „Kirmes-Streife“.

Fest installierte Betonpoller an vorher fixierten Orten rund um die Kirmes und Personal an den Straßenbarrieren sollen zwei Dinge regulieren: eine zeitweise Überfüllung des Platzes und eine Kanali-sierung des Straßenverkehrs. Bei einem Unwetter wie zuletzt auf der Rheinkirmes in Düsseldorf greift das Evakuierungskonzept. Kirmesbesucher werden über eine Sirene auf dem Platz angesprochen, Scouts und fest installierte Hinweisschilder weisen auf die Fluchtwege hin.

Die bereits im Vorjahr durchgeführten stichpunktartigen Personen- und damit Taschen- oder Rucksackkontrollen werden beibehalten. Uwe Hillen: „Das wird von den Kirmesbesuchern sogar schon fast erwartet. Es erhöht ihr Sicherheitsgefühl.“ Nicht vergessen darf in diesem Zusammenhang, so Sabine Marek, dass jeder Schausteller das Recht besitzt, Taschen oder Rucksäcke zu kontrollieren: „Und zwar nicht nur im Festzelt oder am Bierstand, sondern auf jedem Fahrgeschäft.“

Die Herner Feuerwehr hält an drei Standorten rund um den Kirmesplatz Brandsicherheitswache. Zudem wird an der ehemaligen Schleuse im Wanner Westhafen die Einsatzleitung einen festen Platz haben. Zu den Kernzeiten der Kirmes sind 17 Kräfte vor Ort, inklusive einem Notarzt, der mit einem Wagen auf dem Gelände von Schwing steht. Ralf Radloff, dessen Kollegen auch eng mit dem Sani-tätsdienst des DRK zusammenarbeiten: „Ich darf für die gesamte Koordinierungsgruppe sprechen und sagen: Wir können eine sichere Kirmes anbieten.