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„Die erste Million ist geknackt“

Veranstalter und Sicherheitskräfte ziehen eine erste Bilanz nach drei Kirmestagen:

„Die erste Million ist geknackt“

„Die Besucherzahl des Festumzugs der Cranger Kirmes sucht Ihresgleichen“, sagte Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla am Sonntagmittag auf einer Pressekonferenz im Cranger Biergarten. Vom ersten Kirmestag am Donnerstag, 6. August, bis Sonntagabend, 9. August, rechnet die Stadt Herne als Veranstalterin mit rund 1,6 Millionen Besuchern auf dem ca. elf Hektar großen Kirmesplatz am Rhein-Herne-Kanal. Der gut besuchte Donnerstag lag mit rund 200.000 Besucher über dem Vorjahreswert, am Freitag und Samstag strömten zusammen ca. 875.000 Menschen nach Crange – am heutigen Sonntag war der Platz bereits zur Mittagszeit sehr gut gefüllt bei königsblauem Himmel und hoch-sommerlichen Temperaturen.

 

„Rückblickend auf die ersten drei Kirmestage haben wir einen hervorragenden Eindruck“, freute sich Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla. „Die gelungene Eröffnungsfeier im Festzelt war hochkarätig, ein bestens gelaunter OB hat die Stimmung vorgegeben, Gesundheitsminister Laumann stimmte mit ein. Er ließ sich dazu hinreißen, den Wert geselligen Biertrinkens für die Psyche herauszustellen, und The BossHoss waren für die Cranger Kirmes Champions League“, resümierte er zur feierlichen Eröffnung am Freitag. Für ihn zählte der Auftritt zu den besten Auftritten der vergangenen Jahre. Die Ursprünge der Cranger Kirmes wurden auf dem traditionellen Pferdemarkt dargestellt, der in diesem Jahr einen neuen Anstrich bekommen hat und vier Tage dauerte. „Was wir dort gesehen haben, war hochprofessionell und eine deutliche Aufwertung der Veranstaltung“, so Dr. Burbulla.

 

Die Attraktionen der Cranger Kirmes

„Alle Neuheiten sind in diesem Jahr gut platziert. Besonders die Geisterbahn Diablos Residenz, die im vergangenen Jahr nicht mehr rechtzeitig für Crange fertig geworden ist, läuft sichtlich gut“, schilderte Tibo Zywietz, stellvertretender Fachbereichsleiter Öffentliche Ordnung, seine ersten Eindrücke. „Auch das neue Cranger Weinzelt mit seinen Weinproben, die von einem Winzer begleitet werden, und Club-Nights mit DJ-Musik kommt sehr gut an“, so Zywietz. Metzgermeister Miske, der am Mittwoch mit dem Schausteller-Award „Bester auf Crange“ für das Vorjahr ausgezeichnet wurde, habe berichtet, dass er vermehrt Zulauf von neugierigen Neukunden erhalte. Der Musikexpress „Disco Jet“ stehe auf einer neuen Ecke, an der er ausgesprochen gut wirke. Die Hauptstraße habe mit dem Riesenrad „High Sky“ und dem Kinderfahrgeschäft „Brunos freche Fahrt“ daneben eine deutliche Aufwertung erfahren. „Wir haben keinerlei Lücken und eine ausgewogene Verteilung der hohen und niedrigen Fahrgeschäfte“, freut sich Zywietz über den attraktiven Platzaufbau. Sein Dank ging an alle Schausteller, die mit Ihren Zugmaschinen geholfen haben, den „absolut rekordverdächtigen“ Fest-umzug zu sichern.

 

So lief es bei den Sicherheitskräften

Insgesamt 72 Einsätze vermeldete die Polizei für die ersten drei Kirmestage. „Das waren aber eher keine reißerischen Geschichten, sondern Vermisstensuchen oder Hilfegesuche“, berichtet der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Derks, Einsatzleiter der Polizei auf der Cranger Kirmes. Sechs Personen wurden in Gewahrsam genommen, wobei Alkohol und aggressives Verhalten eine Rolle gespielt hätten. „Angesichts der Besucherzahl und des dreitägigen Zeitraums ist das keine besondere Zahl“, so Derks, der insgesamt eine positive Bilanz zog. Außerdem sei es zu 15 Körperverletzungen und vier Widerstandshandlungen gegen Beamte gekommen, eine davon am Samstag beim Festumzug. „Der Umzug hatte einen Familiencharakter und der Widerstand wurde schnell gebrochen“, so Derks. Ins-gesamt habe es zwei Unfälle gegeben. In einem Fall hat ein E-Scooter-Fahrer auf dem Platz ein Kind angefahren und leicht verletzt. „Auf dem Platz ist es verboten, E-Scooter oder Fahrrad zu fahren. Es gehört zum gesunden Menschenverstand, zu erkennen, dass so etwas gefährlich ist“, betonte Derks.

 

Dr. Christian Märkert, Leiter der Berufsfeuerwehr Herne, freute sich über den gelungenen Auftritt von Jacques Tillys Mottowagen für Respekt gegenüber Einsatzkräften. Der Wagen fuhr anlässlich des 150-jährige Bestehens des Löschzuges Eickel der Feuerwehr Herne beim Festumzug mit. „Wir haben viel positives Feedback erhalten, sehen die Aktion aber leider auch mit einem weinenden Auge, dass es überhaupt in der Gesellschaft thematisiert werden muss“, so Dr. Märkert. Aus Sicht der Feuerwehr fühle man sich auf Crange wohl und es habe hier bisher keine Übergriffe gegeben. Bedauerlich sei ein Vorfall am gestrigen Samstag in Kirmesnähe gewesen, bei dem fälschlicherweise gemeldet wurde, dass Personen in den Rhein-Herne-Kanal gesprungen seien, aber eine davon nicht wieder aufgetaucht sei. „Für uns stellt sich das klar als Missbrauch des Notrufs dar“, so Dr. Merkert. „Ansonsten haben wir kirmesübliche Einsätze, aber keine Besonderheiten erlebt. Dankbar sind wir für die große Unterstützung des DRK mit den vielen ehrenamtlichen Helfern.“

 

„Aus Sicht des DRK haben wir eine ganz normale Kirmes erlebt“, berichtete Benedikt Harting, Einsatz-leiter DRK. Insgesamt habe das DRK 124 Hilfeleistungen zu verzeichnen. Durch die gestiegenen Temperaturen und die lange Verweildauer beim Festumzug und auf dem Platz sei es vermehrt zu Kreislaufproblemen gekommen. „Viel trinken ist gerade bei heißeren Temperaturen wichtig. Dafür gibt es auf dem Platz u. a. zwei Trinkwasserspender“, so Harting.

 

Crange aus Sicht der Schausteller

Albert Ritter, Präsident Deutscher Schaustellerbund e. V., betonte die Wichtigkeit von Respekt und dankte allen Einsatzkräften, „dass wie hier die Alltagssorgen vergessen können“, und dass alle, die zum Gelingen der Cranger Kirmes beitrügen, „sich hier freuen, ihren Dienst zu tun und dies immer mit einem Lächeln. Das Wir-Gefühl, das hier gelebt und gefeiert wird, macht Crange zu meiner Heimat- und Lieblingskirmes“, betonte Ritter.

 

„Beim Absichern des Festumzugs habe ich rundum tolle Gespräche geführt und auch das eine oder andere Hallo von Bekannten aus Dortmund gehört“, freute sich Patrick Arens, Präsident des Bundes-verbands für Schausteller und Marktkaufleute, über einen Festumzug, der längst mehr als rein lokale Bedeutung hat. „Durch die Temperaturen erleben die Verkaufsstände ein gutes Jahr. Die Leute kommen früher, bleiben länger, und wir haben hier ein vielfältiges Angebot.“

 

Abschluss-Feuerwerk (16.8., 22.30 Uhr)

Die Entscheidung, ob das Abschlussfeuerwerk wie geplant steigen darf, fällt am kommenden Sonn-tag vor Ort. „Beim Eröffnungsfeuerwerk sind wir an unsere Schmerzgrenze gegangen“, gestand Feuerwehrchef Dr. Christian Märkert ein. Aus Sicht der Feuerwehr stelle sich immer die Frage, ob im Ernstfall schnell genug reagiert werden könne. „Nach der 30er-Regel kann bei einer Wetterlage mit Temperaturen über 30 Grad Celsius, einer Windgeschwindigkeit über 30 km/h und einer Luftfeuchtigkeit unter 30 % ein Feuerwerk nicht abgefeuert werden.“

Lichterglanz über dem Himmel von Crange: das Eröffnungsfeuerwerk am Freitagabend. Ob auch am Schlusstag (Sonntag, 16. August) der Cranger Kirmes ein Feuerwerk abgeschossen wird, entscheidet sich kurzfristig am kommenden Wochenende. Foto: Stadtmarketing Herne / Markus Reddig

Hernes neuer Feuerwehrchef Dr. Christian Märkert (re.), hier mit Andreas Derks, Einsatzleiter der Polizei auf der Cranger Kirmes: „Beim Eröffnungsfeuerwerk sind wir bis an unsere Schmerzgrenze gegangen.“ Foto: Stadtmarketing Herne / Alijah Abdallah

Wurde aufgewertet und auf vier Tage verlängert: Der historische Pferdemarkt auf „Gut Steinhausen“ erinnert an die Wurzeln der Cranger Kirmes. Foto: Stadtmarketing Herne / Björn Koch

Das Jupiter-Riesenrad ist eines der Wahrzeichen der Cranger Kirmes, die bis zum Sonntagabend rund 1,6 Millionen Gäste besucht haben. Links vom Riesenrad die Hochfahrgeschäfte „Hangover“ Und „Jules Verne“. Foto: Stadtmarketing Herne / Björn Koch

Festumzug 2026

Das war der Cranger Kirmes-Festumzug 2026:

„So voll war es nie!“

Beim traditionellen Festumzug der Cranger Kirmes wurde heute (8.8.) der BSV Holthausen, dessen Mitglieder kostümiert als Außerirdische im Autoscooter auftraten, zur kreativsten Fußgruppe gekürt. Bei den Mottowagen überzeugte der Festwagen vom Kohlensportclub (KSC) Herne 13 mit seinem Wolfgang-Petry-Thema die Jury. Mehr als 150.000 Schaulustige erlebten bei bestem Sommerwetter einen nach Angaben des Veranstalters friedlichen Umzug mit störungsfreiem Ablauf.

 

„Bei der Aufstellung hat alles gut funktioniert. Wir haben in diesem Jahr ein ungewohnt großes Besucheraufkommen. Mindestens 20% mehr als gewöhnlich“, berichtet Eduard Belker, Leiter des Fachbereichs öffentliche Ordnung. Die etwa vier Kilometer lange Strecke von Eickel nach Crange wurde deshalb ein zweites Mal abgefahren, bevor der Zug dann mit einer Verzögerung von ca. 20 Minuten gegen 10.50 Uhr beginnen konnte. Mit rund 1,7 km war der Zug so lang wie nie. Mit dabei waren 104 Festwagen, 42 Fuß- und neun Musikgruppen (insgesamt 115 Startnummern) mit ca. 4.500 Teilnehmenden.

 

„Für mich ist der Festumzug ein Highlight, auf das ich mich schon lange gefreut habe“, berichtet die amtierende NRW-Kirmeskönigin Julia I., die aus dem von Schaustellerpräsident Albert Ritter (DSB) gesteuerten Prunkwagen heraus Papierrosen verschenkte. Der von ihnen angeführte Zug erreichte die Ehrentribüne Am Buschmannshof als erstes, gefolgt und musikalisch begleitet vom Ruhrkohleorchester. Den Abschluss machte nach rund 100 Minuten um 13.26 Uhr das Fahrzeug von Entsorgung Herne, das nach dem Festwagen der Schaustellervereinigung Herne e. V. und der Sambatruppe fuhr und direkt mit dem Saubermachen begann.

 

Gleich ihren ersten Festumzug in Funktion als neue Zugleiterin hat Michaela Konietzka mit Bravour gemeistert – der neue Teilnehmerrekord und die Hochstimmung unterstreichen den Erfolg. „Im Verlauf des Zugs gab es keine großen Lücken, der Zug geriet nicht ins Stocken und der Ablauf war störungsfrei“, so Zugleiterin Michaela Konietzka. „Entlang der gesamten Strecke herrschte ausgelassene Stimmung: Die Menschen sangen, tanzten, machten Selfies und machten die Parade zu einer bunten Partymeile“, resümiert Konietzka. Gerade Kinder durften sich über volle Taschen freuen, denn es wurde deutlich mehr Wurfmaterial unter die Menschen gebracht. Traditionsgemäß wurde das Lied „Der Mond von Wanne-Eickel“ (Friedel Hensch und die Cyprys) besonders gerne und häufig angestimmt. Musikalisch allgegenwärtig war auch wieder das Stimmungslied „Wackelkontakt“ von Oimara. Auffällig: Statt bekannten lokalen Kirmesliedern waren häufig computergenerierte Stücke zu hören.

 

„Am Kirmesplatz hat sich der Festumzug um 13.55 Uhr reibungslos und ohne Stau aufgelöst“, so Konietzka, die die gute Zusammenarbeit mit der Polizei hervorhob. Für die notwendigen Absperrungen an der Strecke sorgten neben dem Team der städtischen Bauhöfe auch die Schausteller, die ihre Sattelzüge, Transporter sowie kleinen und großen Lkw in die Nebenstraßen der Hauptstraße stellten, damit für die Dauer des Umzuges kein Pkw den Weg des „Cranger Lindwurmes“ kreuzen konnte.

 

Beim großen Schaulaufen vor der Ehrentribüne am Buschmannshof in Wanne-Mitte verfolgte unter anderem OB Dr. Frank Dudda mit Gästen die „Cranger Parade“, die Oliver Grabowski (Radio Herne) moderierte und feststellte: „So voll war es nie!“ Unterstützung erhielt er von Julia Brächter, der neuen Vorsitzenden des Herner Stadtsportbundes, die ganz in Weiß gekleidet vom Wagen des Schwimmverein Neptun herabstieg und sich die Vorstellung ihrer Sportlerinnen und Sportler mit ihrem umzugserfahrenen Vorgänger Hans Peter Karpinski teilte. Zum zweiten Mal begleitete die WAZ den Umzug vor der Tribüne mit einer frei empfänglichen Live-Sendung.

 

Jury zeichnet „Wolle auf Crange“ und BSV Holthausen aus

Die dreiköpfige Jury mit Cordelia Neige, Bereichsleiterin im Büro für Gleichstellung und Vielfalt, Schausteller Ingo Bauermeister (Willy der Wurm, Sieger Crange-Award für 2024) und Jochen Schübel (Pressestelle Cranger Kirmes) nahm alle genau in Augenschein und wählte die attraktivsten und originellsten Festwagen und Fußgruppen aus. Kreativ, ideenreich und mit ganz viel Herzblut zeigten die Vereine und Organisationen, wie bunt und vielfältig das Vereinsleben ist. Viele Gruppen griffen wieder das Thema des diesjährigen Kirmesplakats „Die galaktische Cranger Kirmes“ auf – häufig unter Rückgriff auf Bilder, die mit KI generiert wurden. „Überraschend war der Wagen von Sontowski-Reisen, der den Umzug filmte und live auf einem Bildschirm am Wagen abspielte, sodass die Jury sich selbst sehen konnte“, berichtet Jochen Schübel.

 

Nach Abwägung der Leistung und Beratung fiel die Wahl bei den Festwagen einstimmig auf den KSC Herne 13 mit seinem an Wolfgang Petry angelehnten Motto „Wolle auf Crange, Wahnsinn trifft Kirmes“. Auf den zweiten Platz schafften es die Wanner Mädels und Jungs mit dem Motto „Crange ist nur einmal im Jahr“. Der dritte Platz ging an die Stadt Herne – Fachbereich 12-Ausbildung, die „Offene Türen für Talente“ hatte.

 

Bei den Fußgruppen setzte sich in den Augen der Jury eindeutig der BSV Holthausen durch. Den zweiten Platz belegten die „Engel ohne Grenzen“, die als kosmische Helfer in der „Mission Kinderlachen“ unterwegs waren. Die „Showtanzgruppe Herne ’87“ tanzte „Über die Milchstraße zur galaktischen Cranger Kirmes“ und landete mit Ihrem Auftritt auf dem dritten Platz.

 

Beide Sieger erhalten je 500, die Zweitplatzierten je 350 und die Drittplatzierten je 200 Euro. Eine willkommene Prämie, die zumeist in einen ausgedehnten Bummel über den Kirmesplatz re-investiert wird.

 

Ehrenpreis für den Löschzug Eickel mit Jacques Tillys Respektwagen

Ein besonderer Hingucker war der Mottowagen des berühmten Düsseldorfer Wagenbauers Jacques Tilly mit den Figuren einer Polizistin, eines Sanitäters und eines Feuerwehrmannes. Der Wagen fuhr anlässlich des 150-jährige Bestehens des Löschzuges Eickel der Feuerwehr Herne mit und erhielt als Zeichen für Respekt und Wertschätzung gegenüber Einsatzkräften viel Applaus – Crange ist eben Liebe. Der Jury war diese Gemeinschaftsaktion einen Ehrenpreis in Höhe von 300 Euro wert.

 

Siegerehrung bei „Treff im Zelt“

Die Übergabe des „Kirmesgeldes“ an die drei originellsten Festwagen und Fußgruppen erfolgt am Montag, 10. August, ab 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Treff im Zelt“ in der Cranger Festhalle. Durch den bunten Abend führt Peter Großmann, bekannt als Sportmoderator aus dem ARD-Morgenmagazin. Die Veranstaltung ist zugleich ein herzliches Dankeschön an rund 1.000 engagierte Ehrenamtliche aus Herne und Wanne-Eickel.

Sieger bei den Fußgruppen: Hier setzte sich in den Augen der Jury eindeutig BSV Holthausen mit seinen phantasievollen Kostümen durch.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann

Sieger bei den Festwagen: Der KSC Herne 13 begeisterte mit seinem an Wolfgang Petry angelehnten Motto „Wolle auf Crange, Wahnsinn trifft Kirmes“.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann

In diesem Jahr vergab die Jury einen Ehrenpreis. Ausgezeichnet wurde der Löschzug Eickel der Feuerwehr Herne, der für den Einsatz von Jacques Tillys Respektwagen viel Zuspruch bekam.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann

Rund 150.000 Schaulustige feierten bei durchgehend sonnigem Wetter eine ausgelassene Party entlang der vier Kilometer langen Strecke.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann

Offizielle Eröffnungsfeier 2026

„Ein Volksfest wie Crange ist
gelebte Demokratie im Kleinen“

 

NRW-Minister Karl-Josef Laumann eröffnet am Freitag gemeinsam mit Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda offiziell die Cranger Kirmes 2026. Auftritt von „The BossHoss“ endet mit einem „Oh wie ist das schön …“ der etwa 2.000 Besucher.

 

Die „galaktische“ Cranger Kirmes 2026 ist jetzt auch offiziell eröffnet. Am Freitag um 14.34 Uhr sprach Dr. Frank Dudda die magischen Worte „Piel op no Crange!“. Dies tat Hernes Oberbürgermeister sichtlich gut gelaunt, denn kurz vorher hatte er auf der Bühne der Cranger Festhalle vor etwa 2000 Besuchern den traditionellen Fassanstich, der ihm immer Respekt einflößt, tadellos bestanden – mit nur zwei Schlägen. Dann räumte er die Bühne für „The BossHoss“, die in Duo-Besetzung fantastische Livemusik mit einer Gitarre und zwei Stimmen boten. Das gefiel allen so gut, dass erstmals in der jüngeren Crange-Geschichte ein musikalischer Stargast mit einem vielstimmigen „Oh wie ist das schön …“ verabschiedet wurde.

 

Bis zum 16. August werden vier Mio. Besucher erwartet
Beim größten Volksfest in NRW ist es Tradition, dass am ersten Freitag im August die offizielle Eröffnung gefeiert wird. Die Karussells drehten sich bereits am Donnerstag (6. August) ab 13 Uhr, gut 200.000 Besucher, und damit 50.000 mehr als im Vorjahr, zählte der Veranstalter bei bestem Kirmeswetter. Bis zum letzten Kirmestag am 16. August erwartet der Veranstalter über vier Millionen Besucher.

 

Und diese vier Millionen Gäste sollen respektvoll miteinander umgehen, friedlich zusammen feiern und sich, so Frank Dudda, „in diesen nicht einfachen Zeiten Spaß am Leben gönnen“.  Dann richtete er seinen Dank an die Schausteller aus („Ohne Euch wäre Crange nix“), an die Anwohner für „Ihre Toleranz und Ihr Verständnis“, um dann eindringlich alle aufzufordern: „Es ist Eure Kirmes! Passt darauf auf und verhindert, dass irgendjemand respektlos gegen Nachbarn, Ordnungsdienste, Polizei oder Rettungskräfte vorgeht.“

 

Ein riesiges Cranger Lebkuchenherz für den Minister
Worte, die auch Karl-Josef Laumann gefielen. Der NRW-Minister für Arbeit, Gesundheit und Soziales ist, so Dudda, ein „echter Kirmes-Kenner“ und wurde vom Deutschen Schausteller-Bund (DSB) 2022 mit dem „Goldenen Karussellpferd“ geehrt. „In dieser Zeit brauchen wir solche Feste mehr denn je. Wir müssen anfangen, uns als Menschen wieder zu begegnen und aus den eigenen Milieus rauszukommen und miteinander ins Gespräch zu kommen, auch wenn man mal nicht einer Meinung ist. Und dafür brauchen wir Volksfeste wie die Cranger Kirmes. Das ist gelebte Demokratie im Kleinen.“ Dafür erhielt der Münsterländer ein Riesenherz aus Lebkuchen, das er sich sofort umhängte („Das verdeckt meinen Bauch“), ehe er mit Hernes OB zum Fassanstich schritt. Helfen musste er nicht – mit zwei Schlägen stellte er, begleitet von Konfettiregen und Bollerschüssen, seinen persönlichen Rekord ein.

 

Ehrlicher Country-Rock ohne Schnörkel
Dann wurde aus dem Cranger Festzelt ein Saloon. Die Country-Rocker von „The BossHoss“ gaben sich sympathisch, echt und respektvoll gegenüber dem Publikum und zeigten eindrucksvoll, dass in einem Zelt nicht immer nur Schlager die Stimmung überkochen lässt. Gute 35 Minuten spielten Alec „Boss“ Völkel und Sascha „Hoss“ Vollmer ehrlichen Rock ohne Schnörkel, der schnell zum Mitsingen und Mitklatschen animierte. Eine Zugabe gaben sie, sangen dann gemeinsam mit fast 2.000 Kehlen „Oh wie ist das schön …“, ehe sie abgekämpft und verschwitzt von der Bühne gingen.

 

Festumzug am Samstag, 8. August

Am morgigen Samstag, 8. August, folgt bereits der nächste Höhepunkt im Programm der Cranger Kirmes 2026. Ab 10.30 Uhr werden zum Festumzug mit ca. 4.600 Teilnehmenden am Straßenrand zwischen den Stadtteilen Eickel und Crange über 120.000 Schaulustige erwartet.

„Piel op no Crange“: Karl-Josef Laumann und Dr. Frank Dudda (3. und 4. von links) nach dem Fassanstich auf der Bühne der Cranger Festhalle. Mit dabei waren (von li.): NRW-KIrmeskönigin Julia I., die ehemalige Kirmeskönigin Pauline I., DSB-Chef Albert Ritter, Dennis Kampmann (Verkaufsdirektor Warsteiner Brauerei) und Festwirt Jan Wolters.

Minister Karl-Josef Laumann genoss sichtlich seinen Besuch auf Crange.

Die Country-Rocker von „The BossHoss“ – Alec „Boss“ Völkel (li.) und Sascha „Hoss“ Vollmer – wandelten das Festzelt in einen Saloon um und heizten die Stimmung in nur 35 Minuten komplett auf.

Der erste Kirmestag vor der offiziellen Eröffnung am Freitag war gut besucht: Etwa 200.000 Besucher nutzten zwischen 13 und 24 Uhr die Angebote der Cranger Kirmes 2026, unter anderem auch die Neuheit „Ballon Voyage“ und natürlich die Klassiker „Wellenpflug“ und das Jupiter-Riesenrad.

Fotos (4): Isabel Diekmann / Stadtmarketing Herne GmbH

Der Crange Kirmesplatz direkt am Rhein-Herne-Kanal in der Abendstimmung.

Foto: Markus Reddig / Stadtmarketing Herne GmbH