Autor: Alexander Christian
Wechsel bei Fahrgeschäften
Weltneuheit „Oracle“ wird zum Start der Cranger Kirmes 2026 nicht betriebsbereit
„Petersburger Schlittenfahrt“ schließt Lücke im Aufbauplan
Verzögerungen bei der für die Inbetriebnahme nötigen Abnahme durch den TÜV sorgten für einen kurzfristigen Wechsel im Fahrgeschäfte-Angebot der Cranger Kirmes 2026. „Oracle“ sollte in dieser Saison als Weltneuheit auf Crange Premiere feiern und bis zu sechzehn Fahrgäste mittels drei rotierender Achsen auf eine rasante Fahrt schicken.
Eine Woche vor Kirmesbeginn steht fest: „Oracle“ wird nicht rechtzeitig zum Start des größten Volksfestes in NRW am Donnerstag, 6. August, betriebsbereit. Die Betreiberin von „Oracle the Thrillride“, die Bültel Rides GmbH & Co. KG, musste in diesem Jahr bereits anderen Plätzen eine Absage erteilen. Nach den Richtlinien für die Platzvergabe auf der Cranger Kirmes wurde der frei gewordene Standplatz in der Kanalreihe neben „Ghost“ und dem „Autoscooter Drive In“ an die „Petersburger Schlittenfahrt“ (Bild oben) vergeben.
Der Aufbau der „Petersburger Schlittenfahrt“ hatte schon am Dienstag begonnen. Sie ist ein Fahrgeschäft für die ganze Familie, das in diesem Jahr 50-jähriges Jubiläum feiert. Die frei schwingenden Gondeln rasen wie ein Schlitten über Berg und Tal, begleitet von modernster LED-Technik und aktuellen Chart-Hits. Das Rundfahrgeschäft ist ca. 20 m breit, 17 m tief und 8 m hoch. Bereits als sie zum ersten Mal im Jahr 2019 als Joker für „High Energy“ nachrückte, begeisterte die Schlittenfahrt das Cranger Publikum und setzte dies in den Jahren 2022 und 2025 fort. „Wir haben die vorliegenden Bewerbungen nach der Absage des Oracle eingehend geprüft und dabei Attraktivität und natürlich die schnelle Verfügbarkeit berücksichtigt. Die Petersburger Schlittenfahrt passt sehr gut ins Konzept unserer Familienkirmes“, begründet Platzmeister Alexander Neumann die Auswahl.

Foto: Petersburger Schlittenfahrt © Stadtmarketing Herne GmbH, Isabel Diekmann
Festumzug
So groß wie nie – der Festumzug der Cranger Kirmes
Die große Liebe zu „ihrer“ Cranger Kirmes zeigen die Herner und Wanne-Eickeler zwar an allen elf Tagen des Volksfestes – an einem aber ganz besonders: immer am ersten Kirmessamstag beim traditionellen Festumzug. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein. Am 8. August verwandelt sich die Wanne-Eickeler Hauptstraße in eine wahre Paradestrecke, mit über 4.600 Menschen auf und (erwarteten) 120.000 Schaulustigen an der Straße. Dann gibt es dort zwischen 10.30 und ca. 14 Uhr nur ein Motto: Spaß, Spaß, Spaß, gemixt mit ausgelassener Partylaune und viel Musik.
„Ja, ich bin aufgeregt, aber positiv aufgeregt. Es ist für mich etwas ganz Besonderes, weil ich an der Hauptstraße in Wanne-Nord aufgewachsen bin“, freut sich Michaela Konietzka, die neue Leiterin des Festumzugs der Cranger Kirmes, auf ihre Premiere. „Ich weiß, wie sich Menschen auf den Festumzug vorbereiten und dem bunten Treiben entgegenfiebern: Tisch und Sonnenschirm vor die Tür gestellt und los geht’s“, so Konietzka. Der Umzug wird immer länger, ganze 1,7 km misst der Lindwurm mit seinen rund 4.600 Teilnehmenden in diesem Jahr; damit ist er länger als je zuvor und muss für die Aufstellung sogar auf den Evonik-Parkplatz an der Stadtgrenze zu Bochum zurückgreifen. Ein kleiner Wermutstropfen: „Erstmals seit 62 Jahren sind die Trixis nicht mit dabei. Wir hoffen, dass es im nächsten Jahr wieder klappt“, so Konietzka.
Die 120 Startnummern, teils in Kombination aus Wagen und Fußgruppe, teilen sich in absoluten Zahlen ausgedrückt wie folgt auf (Stand: 29. Juli): 109 Festwagen, 45 Fuß- und neun Musikgruppen machen sich am Samstag, 8. August, ab 10.30 Uhr auf den Weg von Eickel in Richtung Kirmesplatz.
Ehrengarde und der Luftibus
„Wir haben unseren Verein im Jahr 2001 gegründet, um am Kirmesumzug teilzunehmen. Unser Ziel ist die Brauchtumspflege und eine freundschaftliche Geselligkeit“, so Christian Spengler von der Ehrengarde Wanne-Eickel, die in diesem Jahr 25-jähriges Jubiläum feiert. Ein besonderes Motto braucht die Ehrengarde dafür nicht, für einen jährlich wechselnden guten Zweck verkauft der Verein in Kooperation mit der Alten Drogerie Meinken dafür das „Crange-Armband“ (Verkaufspreis: 3,- €). In diesem Jahr geht der Erlös an den Herner Standort der Arche – Kinderstiftung Christliches Kinder- und Jugendwerk. „Eigentlich sind wir ein Männerverein, in diesem Jahr konnten wir aber endlich zehn bis elf unserer Frauen dafür gewinnen, uns zu begleiten“, verrät Spengler. Begleitet wird die Ehrengarde von einem historischen Opel Blitz, dem Lieferwagen der Bochumer Moritz-Fiege-Brauerei aus den 1950er-Jahren.
Der Luftibus gehört bereits seit vielen Jahren zur Cranger Kirmes und bringt Besucher vom Parkplatz an der Dorstener Straße direkt bis zum Kirmesplatz. „Für mich ist der Luftibus ein Stück Kindheit und Heimat. Mit der Fortführung dieser Tradition möchten wir die Erinnerung bewahren und neue Erinnerungen schaffen“, erklärt Susanne Müntefering-Herrmann vom Luftibus. Zu diesen Sentimentalitäten gehöre für sie auch das Lied „Jupp von Krupp“, das während der Fahrt gerne angestimmt wird. Die Müntefering Industrie- und Städtereinigungs-GmbH hat den Luftibus vor drei Jahren übernommen. Nach einem Sonderpreis für soziales Engagement im Vorjahr ist es in diesem Jahr die zweite Teilnahme am Festumzug. Diesmal fahren Kinder der Freiherr-vom-Stein-Grundschule in Wanne-Süd zusammen mit ihren Eltern mit. „Die Kinder haben Banner für den Luftibus gestaltet und hatten dabei einen Riesenspaß“, freut sich Petra Schachner, ehemalige Schulleiterin. „Wir sind eine vielfältige Schule. Unsere Kinder sprechen verschiedenen Sprachen und kommen aus verschiedenen Kulturen. Jedes Kind wird individuell gefördert.“ Für das Schaulaufen vor der Ehrentribüne hätten Kinder und Erwachsene eigens einen „Popcorn-Tanz“ einstudiert.
Schausteller sorgen mit für die Sicherheit
Die gesamte 3,7 Kilometer lange Strecke ist aktuell „frei“, es sind „keine Baumaßnahmen in Sicht, kurz vor dem Start wird die gesamte Distanz noch einmal abgefahren“, so Zugleiterin Michaela Konietzka. Wenn es keine unerwarteten Verzögerungen gibt, wird die erste Gruppe gegen 12 Uhr in Crange eintreffen. Größere Pausen sollten nicht eingelegt werden, damit keine unschönen Lücken im Gesamtgefüge des Zugs entstehen. Für die notwendigen Absperrungen der Strecke sorgen neben den Schaustellern auch die Mitarbeitenden des Grünflächenamts und von Entsorgung Herne. Damit für die Dauer des Umzuges kein Pkw den Weg des Cranger Lindwurmes kreuzen kann, sichern sie mit ihren Sattelzügen, Transportern sowie kleinen und große Lkw die Zufahrten zur Route. Etwa 100 Ordner laufen darüber hinaus die komplette Strecke mit. Sie achten darauf, dass niemand auf die Straße läuft, den Zug behindert und sich und andere in Gefahr bringt. Die Wagen werden seitens der Gruppen zudem an jedem Rad aus Sicherheitsgründen von einem Gruppenmitglied begleitet. „Wir nennen sie Wagenengel, ein Begriff, der dem Karneval entlehnt ist“, so Christian Spengler aus Teilnehmersicht.
Die letzte Haltestelle für die Fest- und Mottowagen ist die Kreuzung Heidstraße/Unser-Fritz-Straße, dort löst sich der Zug in Richtung Rathausstraße oder Unser-Fritz-Straße auf. Sattelzüge und Lkw biegen ab, während die Fuß- und Musikgruppen weiter in Richtung Cranger Tor ziehen. Dort wird der letzte Teilnehmende um ca. 14 Uhr eintrudeln. Die letzte Fußgruppe, wie gewohnt Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda mit seinen Ehrengästen, muss sich auch beeilen. Denn der letzte Teller mit Erbsensuppe, die es für alle Festzugteilnehmenden gibt, wird um 14.45 Uhr an der Cranger Festhalle aufgefüllt.
Prämien für Sieger und Platzierte
Die Ehrentribüne steht wieder an bewährter Stelle auf dem Buschmannshof in Wanne-Mitte, direkt vor dem Eingang der Sparkassen-Filiale. Von hier aus verfolgt unter anderem OB Dr. Frank Dudda die „Cranger Parade“, die von Oliver Grabowski (Radio Herne) moderiert wird. Unterstützung erhält er von Julia Brächter, der neuen Vorsitzenden des Herner Stadtsportbundes, die sich die Vorstellung ihrer Sportlerinnen und Sportler mit ihrem umzugserfahrenen Vorgänger Hans Peter Karpinski teilen wird.
Ebenfalls auf der Bühne sitzt eine dreiköpfige Jury, die die drei attraktivsten und originellsten Festwagen sowie Fußgruppen kürt. Cordelia Neige, Bereichsleiterin im Büro für Gleichstellung und Vielfalt, Schausteller Ingo Bauermeister (Willy der Wurm, Sieger Crange-Award für 2024) und Jochen Schübel, Pressestelle Cranger Kirmes, honorieren die ehrenamtliche Arbeit und den nicht geringen Zeitaufwand beim Wagenbau oder bei der Kostümierung einer Fußgruppe. Beide Sieger erhalten je 500, die Zweitplatzierten je 350 und die Drittplatzierten je 200 Euro. Eine willkommene Prämie, die zumeist in einen ausgedehnten Bummel über den Kirmesplatz re-investiert wird.
Siegerehrung bei „Treff im Zelt“
Die Übergabe des „Kirmesgeldes“ an die drei originellsten Festwagen und Fußgruppen findet am Montag, 10. August, ab 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Treff im Zelt“ in der Cranger Festhalle statt. Durch den abwechslungsreichen Abend führt Peter Großmann, bekannt als Sportmoderator aus dem ARD-Morgenmagazin. Die Veranstaltung ist zugleich ein herzliches Dankeschön an rund 1.000 engagierte Ehrenamtliche aus Herne und Wanne-Eickel.
Hin und weg
Zahlreiche Angebote im ÖPNV für Busse und Bahnen. Fünf bewachte Fahrrad-Parkplätze. Straßensperrungen ab Freitag, 31. Juli
Sicher zum Rummelplatz – und auch wieder zurück
Die Cranger Kirmes, Nordrhein-Westfalens größtes Volksfest, öffnet vom 6. bis zum 16. August 2026 ihre Tore. An den elf „Feiertagen“ direkt am Rhein-Herne-Kanal werden über vier Millionen Besucher*innen erwartet. Diese wollen sicher und zügig zum etwa elf Hektar großen Festplatz kommen – und auch wieder zurück. Für eine reibungslose An- und Abreise hat die Stadt Herne ein umfassendes Mobilitätskonzept entwickelt, das verschiedene Verkehrsmittel optimal miteinander vernetzt. Ob zu Fuß, mit dem Rad, mit Bussen und Bahnen oder dem Auto – die Cranger Kirmes kann auf vielen Wegen erreicht werden.
Die umweltfreundliche Alternative: Fahrrad und E-Scooter
Gesund, umweltbewusst – und ganz nah dran: Für viele Kirmesbesucher ist die Fahrt mit dem Rad die schönste Form der Anreise zur Cranger Kirmes. Fünf bewachte Fahrradparkplätze stehen wieder zur Verfügung: Bushaltestelle Heerstraße, Dorstener Straße/Höhe JKS, Rhein-Herne-Kanal/Höhe Alpina Bahn (inklusive Ladesäulen für E-Bikes), Schleuse Wanne-Eickel, Haupt-/Ecke Stefanstraße.
Die Nutzungsgebühr beträgt einen Euro pro Rad und Tag. Im vergangenen Jahr wurden 8.491 Tickets verkauft, eine Steigerung gegenüber 2024 um über elf Prozent. Beliebteste Parkfläche – und an vielen Abenden fast immer komplett voll – war das Dreieck an den HCR-Haltestellen an der Heerstraße. Ein weiterer Vorteil für Radlerinnen und Radler: Die im Parkleitsystem für die Kirmeszeit ausgewiesenen Einbahnstraßen dürfen sie in beide Richtungen befahren.
Wer mit dem E-Scooter zur Cranger Kirmes fährt, kann sein Gefährt an vier zentralen Abstellmöglichkeiten parken: Dorstener Straße/Höhe Heinitzstraße, Dorstener Straße im Kreuzungsbereich Rathaus-/Heerstraße, Hauptstraße/Höhe Florastraße und Rathausstraße/Höhe Cranger Heide.
Bequem und zuverlässig – Busse und Bahnen
Die Straßenbahn Herne-Castrop-Rauxel GmbH (HCR) und weitere Nahverkehrsunternehmen versprechen „bequeme und zuverlässige“ Verbindungen direkt zu den Kirmeseingängen. Von den Bahnhöfen Wanne-Eickel und Herne fahren zahlreiche Buslinien ohne lange Wartezeiten zum Festgelände und nach der Kirmessperrstunde wieder zurück. (Fast) direkt auf dem Kirmesplatz stehen die Haltestellen Heer- und Florastraße sowie Recklinghauser Straße.
Besonders praktisch: Der P+R-Parkplatz (Skizze rechts) an der Forellstraße/Westring in Herne-Baukau ist an allen Kirmestagen geöffnet. Pendelbusse verkehren im Zehn-Minuten-Rhythmus zum Festgelände. Ein Kombi-Ticket für Parkplatz plus An- und Abfahrt mit dem Bus kostet für bis zu fünf Personen 7,99 Euro und muss vor Ort bargeldlos bezahlt werden. Betriebszeiten: mo-do 13 bis 0.30 Uhr, fr/sa 13-2.30 Uhr, so 11-0.30 Uhr.
Keine Baustellen auf der Cranger Straße
Baustellen, vor allem auf der Cranger Straße in Höhe der Autobahnbrücke, soll es im nahen Umfeld der Kirmes nicht geben. Was aber bleibt, ist aus Herne kommend die Tempo-30-Zone vor dem Bahnübergang an der Heerstraße.
Für Besucher, die mit dem eigenen Pkw anreisen, stehen im Umfeld der Cranger Kirmes bis zu 20 gebührenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Um den sogenannten „Parksuchverkehr“ rund um den Kirmesplatz zu verringern, gelten während der Kirmes umfangreiche Straßensperrungen:
Ab Freitag, 31. Juli, 8 Uhr:
- Heerstraße von Corneliusstraße bis Dorstener Straße.
- Dorstener Straße zwischen Recklinghauser Straße und der A42-Auf-/Abfahrt Herne-Crange.
Ab Kirmesstart, 6. August, zusätzlich:
- Die Hertener Straße wird in Höhe des Übergangs zur Rottstraße bei Bedarf zwischen 18-22 Uhr (werktags) bzw. 15-22 Uhr (sa und so) durch eine technische Schranke gesperrt. Am Familien-tag (Mittwoch, 12. August) ist dort eine Sperrung bereits ab 14 Uhr möglich.
- Anliegerverkehr zwischen den Kreuzungen Dorstener Straße/Rathausstraße bzw. Dorstener Straße/Heinitzstraße nur bis 13 Uhr.
- Die Dorstener Straße wird ab 13 Uhr an der Kreuzung Recklinghauser Straße gesperrt.
- Der Bereich der Dorstener Straße zwischen AS Herne-Crange und Kreuzung Heer-/Rathausstraße wird täglich zu den Öffnungszeiten der Kirmes aus Fahrtrichtung Bochum an der AS Herne-Crange durch eine Schrankenanlage gesperrt. Eine weitere Sperre steht auf der Heerstraße im Bereich der Firma Schwing in Fahrtrichtung Herne.
Busse, Anwohnerfahrzeuge und Fahrzeuge mit Durchfahrgenehmigung können die Heerstraße jeder-zeit befahren. Eine Vorrangstrecke für den ÖPNV sorgt für reibungslose Verbindungen auch zu Stoßzeiten. Alle Verkehrseinschränkungen gelten bis zum letzten Kirmestag am 16. August um 24 Uhr. Ab dem 17. August soll der normale Straßenverkehr in den Stadtteil Crange zurückkehren.



Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann.







