Autor: Alexander Christian

„Die Million machen wir heute locker voll!“

Veranstalter und Sicherheitskräfte ziehen eine erste Bilanz nach drei Kirmestagen:

„Die Million machen wir heute locker voll!“

„Insbesondere die Veranstaltungen in den Zelten liefen am Donnerstag sehr gut. Beim Festumzug am Samstag waren die Leute trotz des Wetters so ausgelassen wie sonst auch, und das Publikum hat es ihnen gedankt“, sagte Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla am Sonntagmittag. Vom ersten Kirmestag am Donnerstag, 31. Juli, bis Sonntagabend, 3. August, rechnet die Stadt Herne als Veranstalterin mit weit mehr als einer Million Besuchern auf dem ca. elf Hektar großen Kirmesplatz am Rhein-Herne-Kanal. Am Donnerstag ließen sich 150.000 Besucher nicht vom regnerischen Wetter abhalten, am Freitag und Samstag strömten zusammen ca. 725.000 Menschen nach Crange – am heutigen Sonntag war der Platz bereits zur Mittagzeit sehr gut gefüllt bei königsblauem Himmel.

 

„Wenn ein Vizekanzler die Cranger Kirmes besucht, ist das eine besondere Ehre und Auszeichnung“, freute sich Dr. Burbulla über eine gelungene Eröffnungsfeier, die in Erinnerung bleiben werde. Maite Kelly habe die Hochstimmung im Zelt gekonnt aufgenommen und sich herzlich gezeigt, „ein Weltstar, der etwas zurückgibt“. Das Verkehrskonzept habe trotz Großbaustellen funktioniert, vielleicht sei dies auch dem Wetter geschuldet. „Die neuen Bodenmarkierungen finden ein positives Echo und werden fleißig in den Sozialen Medien verbreitet“, so Dr. Burbulla.

 

Die Attraktionen der Cranger Kirmes

„Leidenschaft gegen Regen“, so schilderte Tibo Zywietz, stellvertretender Fachbereichsleiter Öffentliche Ordnung, die ungebrochene Kirmesbegeisterung auf Crange. Die Menschen ließen sich die Laune angesichts von Regenschauern nicht verderben. Ein gelungenes Comeback attestierte er dem Karaoke Biergarten, der nach drei Jahren Pause am neuen zentralen Standort auf dem Platz „immer ein volles Zelt hat“. „Auch die Neuheiten wurden sehr gut angenommen, etwa der BayernTower oder die Geisterbahn Fahrt zur Hölle 2.0“, so Zywietz, der im Blick auf die Fahrgeschäfte einen ganzen Bereich hervorhebt: „Das Angebot an Kinderfahrgeschäften, sechzehn an der Zahl, sucht deutschlandweit seinesgleichen. Darunter auch die beliebte Kinderachterbahn Willy der Wurm.“ Diese wurde vergangenen Mittwoch mit dem Schausteller-Award „Bester auf Crange“ ausgezeichnet und laufe sehr gut. Erfreulich ist auch die abschließende Bewerbungszahl von 1.430 nach Abschluss der Restplatzvergabe. 472 Betriebe durften sich in diesem Jahr über eine Zulassung für Crange freuen.

 

So lief es bei den Sicherheitskräften

Beim Festumzug der Cranger Kirmes am Samstag (2.8.) habe es nicht einen polizeilichen Vorfall gegeben. „Ein großes Lob an die Bevölkerung“ sprach der Erste Polizeihauptkommissar Andreas Derks aus, Polizeiführer der Cranger Kirmes und außerhalb der Kirmeszeit Leiter der Polizeiwache Wanne-Eickel. „Es lief zu 100 Prozent nach Plan, um 13.45 Uhr wurde der Zug aufgelöst“, berichtete Derks weiter. Bei den Fallzahlen auf dem Platz zählte die Polizei Körperverletzungen im niedrigen zweistelligen Bereich. Es sei nicht ungewöhnlich, dass es hier und da zu Konflikten komme, angesichts der Besucherzahl sei es eine vergleichsweise geringe Zahl – eine positive Bilanz. „Wir haben widerständige Übergriffe im niedrigen einstelligen Bereich, die nicht stationär behandelt werden mussten“, so Derks, der eine sehr gut beherrschbaren Lage schilderte. Die meisten Täter seien bereits identifiziert.

 

Aus Sicht der Feuerwehr verlief der Start der Cranger Kirmes sehr gut. „Wir sind sehr, sehr positiv“, berichtet der Teamleiter Einsatzplanung Benjamin Grunau von der Berufsfeuerwehr Herne. Das Zusammenspiel mit dem DRK gestalte sich durch neu angeschaffte Pager noch reibungsloser. In der Bilanz stehen acht Rettungsdiensteinsätze auf dem Platz, zwei Kleinstversorgungen vor Ort und keine Einsätze für die Feuerwehr. „Zollt den Rettungskräften Respekt, wir sind für Eure Sicherheit auf dem Platz“, appellierte Grunau im Hinblick auf einen Vorfall im Bayernzelt am Samstag gegen Mitternacht. Eine Einsatzkraft des DRK sei zwischen zwei Besuchergruppen geraten und habe sich beim Sturz zu Boden leichte Verletzungen zugezogen. Die Lage wurde sehr schnell aufgelöst. „Diesem Helfer geht’s gut, er ist heute wieder im Einsatz, wir lassen uns nicht unterkriegen“, berichtete Benedikt Harting, Einsatzleiter DRK, und betonte den ehrenamtlichen Einsatz des DRK.

 

„Die Witterungsverhältnisse führten zu niedrigen Einsatzzahlen, darunter einige Kleinstversorgungen, erfreulicherweise keine Wespenstiche und vor allem keine vermissten Kinder“, so Harting. Damit das so bleibt, empfiehlt er Armbänder, die mit einer Telefonnummer beschriftet werden, und die im Falle eines Falles die Zusammenführung erleichtern – erhältlich sind diese beim DRK und am Souvenir- und Infostand am Cranger Tor. Insgesamt sei das DRK mit dem bisherigen Verlauf der Kirmes zufrieden.

 

Crange aus Sicht der Schausteller

„Feuerwerk ist ein tiefes Stück Kirmestradition“, beteuert Albert Ritter, Präsident Deutscher Schaustellerbund e. V., die Attraktivität von Feuerwerken, wenn es darum ginge, Menschen auf den Platz zu locken. Das etwa fünfzehnminütige Eröffnungsfeuerwerk wurde planmäßig am Freitag ab 22.30 Uhr von der gegenüberliegenden Kanalseite gezündet. Das Wetter drückte die sonst positive Stimmung ein wenig. „Die Wetterlage hat uns leider ein wenig in die Kassen hineingeregnet.“ Ritters Dank ging an die „Blaulichtfraktion“, dabei stellte er die gute Zusammenarbeit heraus, damit alles sicher und friedlich über die Bühne gehe.

„Jetzt haben wir endlich einen königsblauen Himmel“ freute sich Timo Lichte, Präsident der Schaustellervereinigung Herne, über die günstige Wettervorhersage für den Kirmessonntag und die kommenden Tage. „Ein herzliches Dankeschön allen Reinemachfrauen, ohne Toiletten wäre eine Kirmes nicht durchzuführen“, so Lichte, der damit Respekt für alle Menschen hinter den Kulissen einforderte.

„Das Wetter lässt sich nicht wegdiskutieren, dafür merken wir den lokalen Zusammenhalt und den Stolz der Menschen auf ihre Kirmes“, so Oskar Steinmeister, der Steinmeister’s Bierpavillon betreibt. „Crange ist Liebe“ sei für ihn immer noch das schönste Motto, das er sich vorstellen könne.

Friedlich und voller Lebensfreude: Die Cranger Kirmes 2025 wurde nach ihrer Eröffnung am 31. Juli bereits von über einer Million Gäste besucht. Das größte Volksfest in NRW, direkt am Rhein-Herne-Kanal, dauert noch bis Sonntag, 10. August.

Sie gehören zu den bisherigen Gewinnern auf dem Festplatz:  Panagiotis „Panos“ Panagiotidis sowie Johann „Schengel“ Meyer (li.) vor ihrem Karaoke Biergarten.

Ab Einbruch der Dämmerung lockt die Cranger Kirmes mit bunten Lichtern, die weithin sichtbar sind.

Fotos: Isabel Diekmann/Markus Reddig, Stadtmarketing Herne GmbH

Festumzug

Das war der Cranger Kirmes-Festumzug 2025:

„Ein starkes Wir“ und Meeresgott auf Platz 1

Beim traditionellen Festumzug der Cranger Kirmes wurde der SV Neptun heute (2.8.) zur kreativsten Fußgruppe gekürt. Bei den Mottowagen überzeugte der Festwagen der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel die Jury. Rund 120.000 Schaulustige ließen sich nicht von kleineren Regenschauern abhalten und sahen einen nach Angaben des Veranstalters friedlichen Umzug ohne besondere Zwischenfälle.

 

Auf den etwa vier Kilometer langen Weg von Eickel nach Crange machten sich am Samstag pünktlich um 10.30 Uhr 82 Festwagen, 21 Fuß- und acht Musikgruppen (insgesamt 101 Startnummern) mit ca. 4.000 Teilnehmenden. Lediglich ein Fahrzeug musste sich anders als geplant einreihen, weil der Fahrer verspätet eintraf. Die Tribüne Am Buschmannshof wurde trotzdem so früh wie selten erreicht. Der Prunkwagen der amtierenden NRW-Kirmeskönigin Pauline I., die Rosen verschenkte, führte den Zug samt Schaustellerpräsident Albert Ritter (DSB) an, gefolgt und musikalische begleitet vom Ruhrkohleorchester. Ein besonderer Hingucker: Der Festwagen des Cranger Weihnachtszaubers brachte mitten im Sommer Schnee nach Crange. Zu weihnachtlichen Melodien sprühte der Grinch Kunstschnee in dicken Flocken auf die Zuschauer. Viele Gruppen griffen wieder den diesjährigen Slogan der Cranger Kirmes auf: „Die einzig wahre Cranger Kirmes. Alles andere ist Rummel!“

 

Im Verlauf des Zugs kam es vor der Tribüne zu keinen Lücken, der Zug geriet nicht ins Stocken und es gab „keine besonderen Vorkommnisse“, so Zugleiter Eduard Belker. „Die Stimmung war trotz der Regenschauer hervorragend. Die Wanne-Eickeler lassen sich einfach nicht vom Wetter abhalten. Wohin man auch hinschaute, nur gut gelaunte Menschen, die singen, tanzen, Selfies machen und die Strecke in eine bunte Partymeile verwandeln.“, resümiert Belker. Musikalisch allgegenwärtig war das Stimmungslied „Wackelkontakt“ von Oimara. Wie es die Tradition verlangt, wurden auch das „Steigerlied“ und „Der Mond von Wanne-Eickel“ (Friedel Hensch und die Cyprys) angestimmt. Im 50. Jahr der Städte-Ehe zwischen Herne und Wanne-Eickel stehen die Zeichen auf Harmonie. Mitten in Wanne erhielten der Herner Turn-Club und der Baukauer Turn-Club Szenenapplaus für ihre Herne-Rufe.

 

„Am Kirmesplatz hat sich der Festumzug um kurz nach 14 Uhr reibungslos und ohne Stau aufgelöst“, so Belker, der auch die gute Zusammenarbeit mit der Polizei hervorhob. Für die notwendigen Absperrungen an der Strecke sorgten neben dem Team der städtischen Bauhöfe auch die Schausteller, die ihre Sattelzüge, Transporter sowie kleinen und großen Lkw in die Nebenstraßen der Hauptstraße stellten, damit für die Dauer des Umzuges kein Pkw den Weg des „Cranger Lindwurmes“ kreuzen konnte. Zum ersten Mal begleitete die WAZ den Umzug mit einer Live-Sendung.

 

Jury zeichnet „Ein starkes Wir“ und Unterwasserthema aus

Beim Schaulaufen vor der Tribüne am Buschmannshof stellte Hans Peter Karpinski, Vorsitzender des Herner Stadtsportbundes, nach der Reihe „seine Sportler“ vor – die Zugdauer betrug etwa 100 Minuten. Bei Einfallsreichtum, Kreativität und Herzblutfaktor zeigten sich die Vereine und Organisationen bunt und vielfältig. Die dreiköpfige Jury mit Marvin Boettcher (Geschäftsführender Gesellschafter: Mondpalast von Wanne-Eickel), Dr. Dirk Drenk (Geschäftsführung: Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH) und Jochen Schübel (Pressebüro Cranger Kirmes) nahm alle genau unter die Lupe wählte die attraktivsten und originellsten Festwagen und Fußgruppen aus. „Einfach gute Stimmung zu haben, die sich auf die Jury überträgt“, war in den Augen von Marvin Boettcher eine gute Voraussetzung.

 

Nach Abwägung der Leistung und Beratung fiel die Wahl bei den Festwagen einstimmig auf die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel, die ihren Wagen unter dem Motto „Ein starkes Wir“ auf den Zug schickt. Den zweiten Platz belegten die „Wanner Mädels und Jungs“, eine junge Truppe, deren gute Laune sofort ansteckte – hier sei in den nächsten Jahren laut Jury durchaus auch ein erster Platz zu erwarten. Die „Cranger Kirmes Ritter“ landeten auf dem dritten Platz.

 

Bei den Fußgruppen setzte sich in den Augen der Jury eindeutig der SV Neptun, der größte Herner Schwimmverein, durch. Mit Neptun und Meerjungfrau setzten sie das Unterwasserthema gekonnt um und verbesserten sich vom dritten Platz des Vorjahres. Auf den zweiten Platz schaffte es das Palliativ-Netzwerk mit dem Motto „Das einzig wahre Leben ist jetzt“. Der dritte Platz ging an die Wanne-Eickeler Schornsteinfeger, deren Anblick überall für gute Laune sorge – schließlich bringen sie Glück.

 

Sonderpreis der Jury

Zum ersten Mal vergibt die Jury einen Sonderpreis für besonderes soziales Engagement. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne und der Mondpalast von Wanne-Eickel vergeben aus eigenen Mitteln ein Preisgeld von je 150,- Euro an den Festwagen und die Fußgruppe Hot-Jüngerbistro und Wittekindshof sowie die Müntefering Industrie- und Städtereinigungs-GmbH für die restaurierte Bimmelbahn, die früher einmal als Parkplatz-Shuttle zum Kirmesplatz fuhr. Auf der Bahn fuhren etwa 30 Personen der Teestube Hl. Familie an der Rottbruchstraße in Holsterhausen mit, meist erwachsene Menschen mit Handicap. Außerdem die mit 95 Jahren wohl älteste Teilnehmerin des Festumzugs.

 

Siegerehrung am 4. August bei „Treff im Zelt“

Die Sieger bei den Festwagen und Fußgruppen erhalten je 500, die Zweitplatzierten je 350 und die Drittplatzierten je 200 Euro. Die Übergabe des „Kirmesgeldes“ an die drei originellsten Festwagen und Fußgruppen findet am Montag, 4. August, ab 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Treff im Zelt“ in der Cranger Festhalle statt. ARD-Sportmoderator Peter Großmann führt durch das bunte Programm des Abends, der gleichzeitig ein Dankeschön an mehrere Hundert Ehrenamtliche in Herne und Wanne-Eickel ist.

 

Sieger bei den Fußgruppen: SV Neptun, der größte Herner Schwimmverein, überzeugte die Jury mit originellen Kostümen aus einer bunten Unterwasserwelt samt Neptun und Meerjungfrau.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann

Sieger bei den Festwagen: Die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel setzte sich mit ihrem Motto „Ein starkes Wir“ und einer kreativen Gestaltung samt T-Shirts durch.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann

Zum ersten Mal vergab die Jury in diesem Jahr einen Sonderpreis für besonderes soziales Engagement. Auf der von Müntefering restaurierten Bimmelbahn fuhren rund 30 Personen der Teestube Hl. Familie an der Rottbruchstraße in Holsterhausen mit.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann

Rund 120.000 Schaulustige ließen sich durch das zwischenzeitlich regnerische Wetter nicht abhalten und feierten eine ausgelassene Party entlang der vier Kilometer langen Strecke.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann

Die offizielle Eröffnung

Cranger Kirmes 2025:

„Wir brauchen mehr Crange in Deutschland“

Vizekanzler Lars Klingbeil: „Hier wird das gelebte Miteinander, dass unsere Gemeinschaft ausmacht, sichtbar.“

Hernes OB Dr. Frank Dudda fordert respektvollen Umgang ein. Maite Kelly schickt Videobotschaft an Roland Kaiser

 

Vizekanzler Lars Klingbeil hat neue Freunde gewonnen. Bei der offiziellen Eröffnung der Cranger Kirmes sagte er am frühen Freitagnachmittag im Festzelt vor über 1.000 Gästen: „Wir brauchen mehr Crange in Deutschland. Denn hier wird das gelebte Miteinander, dass unsere Gemeinschaft ausmacht, sichtbar – unabhängig von Herkunft oder Hintergrund.“

 

Kurz danach wurde das größte Volksfest in NRW offiziell eröffnet, traditionell durch Hernes Oberbürgermeister: „Piel op no Crange“ rief um 14.32 Uhr Dr. Frank Dudda und lud gleichzeitig zu weiteren zehn Tagen voller Lebensfreude, Energie und strahlender Gesichter ein. Beim Spektakel am Rhein-Herne-Kanal ist es Tradition, dass am ersten Freitag im August die offizielle Eröffnung gefeiert wird. Die Karussells drehten sich bereits am Donnerstag (31. Juli) ab 13 Uhr, gut 150.000 Besucher, und damit 25.000 mehr als im Vorjahr, zählte der Veranstalter trotz des leichten Regens.

 

„Das ist die einzig wahre Kirmes. Alles andere ist Rummel!“

Die über 1.000 Besucher in dem im Gegensatz zu den letzten Jahren verkleinerten Festzelt ließen sich am Freitag sofort von der besonderen Crange-Atmosphäre anstecken. Selbstbewusst sagt Frank Dudda: „Das ist die einzig wahre Kirmes. Alles andere ist Rummel!“ Um dann alle Besucher, erwartet werden bis zum 10. August über vier Millionen, aufzurufen, respektvoll miteinander umzugehen: „Ohne Respekt geht hier gar nichts. Wir in Herne sind keine Null-Solidarität-Gesellschaft. Wagt es nicht, respektlos gegen die Nachbarn des Festgeländes, gegen die Ordnungsdienste, die Polizei, die Rettungskräfte zu sein. Denn wir wollen eine friedliche Kirmes erleben.“ Worte, die auch Lars Klingbeil gefielen. Der „etwas schüchterne Norddeutsche“, wie er sich selbst nannte, erklärte in seinem Grußwort, warum er gerade jetzt, in schwierigen und komplizierten Zeiten, eine Kirmes besuche: „Weil gerade hier gezeigt wird, dass wir offen sind, dass wir zusammenhalten und dass wir unsere Freiheit lieben.“

 

War das Fass manipuliert?

Die Lieblingsbeschäftigung von Frank Dudda ist nicht der Fassanstich: „Das macht mich immer wieder aufs Neue nervös“, gab er schmunzelnd zu, schnaufte einmal kräftig durch und ging ans Werk: Nach drei Schlägen floss aber nicht der Gerstensaft, sondern fiel der Zapfhahn – erst nach zwei weiteren war der Akt beendet. „Das Fass war manipuliert“, lachte Hernes OB. Begleitet von Konfettiregen und Böllerschüssen rief er dann den Satz „Piel op no Crange“ in die Menge – und überließ einer echten Powerfrau die Bühne.

 

Maite Kelly hat das Festzelt sofort im Griff

„Hallo. Ich bin’s. Die Maite.“  So begrüßte Maite Kelly das Festzelt und reihte anschließend Hit an Hit. Auch sie lobte das Ruhrgebiet: „Ich weiß noch, wie wir hier mit der Kelly-Family auf der Straße gespielt haben. Da war es immer voll, ganz im Gegensatz zu den Städten, wo viele reiche Leute leben.“ Sympathisch, mit einer kraftvollen Stimme, hatte sie das Zelt sofort im Griff und steuerte nach einer knappen halben Stunde auf ihren Mega-Hit „Warum hat Du nicht nein gesagt“ zu. Sie sang ihn einmal in der XXL-Version, dann noch einmal als Zugabe, verbunden mit besonderen Grüßen und einer Videobotschaft per Handy „an den Kaiser“. Damit war natürlich Roland gemeint, „den ich immer frage, ob ich dieses Lied auch alleine singen darf. Dann sagt er immer: Mädchen, das ist doch unser Lied.“ Beim Handy-Video gab auch das Zelt alles – und wenn es „dem Kaiser“ gefällt, kommt er vielleicht auch einmal nach Crange, was nicht nur seinen Fan Frank Dudda freuen würde.

 

Festumzug am Samstag, 2. August

Am morgigen Samstag, 2. August, folgt bereits der nächste Höhepunkt im Programm der Cranger Kirmes 2025. Ab 10.30 Uhr werden zum Festumzug mit ca. 4.000 Teilnehmenden am Straßenrand zwischen den Stadtteilen Eickel und Crange ca. 120.000 Schaulustige erwartet.

„Piel op no Crange“: Lars Klingbeil und Dr. Frank Dudda nach dem Fassanstich auf der Bühne der Cranger Festhalle.

Wirkte gar nicht schüchtern: Lars Klingbeil.

Maite Kelly hatte das Zelt sofort im Griff – bei der Handybotschaft an Roland Kaiser machte beim rhythmischen Winken wirklich jeder Besucher mit.

Alle Fotos: Stadtmarketing Herne GmbH, Isabel Diekmann