Autor: Alexander Christian

Durchdachtes Mobilitätskonzept für vier Millionen Besucher

Erste Straßensperrungen ab Freitag, 25. Juli:

Durchdachtes Mobilitätskonzept für vier Millionen Besucher

Die Cranger Kirmes, Nordrhein-Westfalens größtes Volksfest, öffnet vom 31. Juli bis 10. August 2025 ihre Tore für über vier Millionen erwartete Besucherinnen und Besucher. Um ein reibungsloses An- und Abreiseerlebnis zu gewährleisten, hat die Stadt Herne ein umfassendes Mobilitätskonzept entwickelt, das verschiedene Verkehrsmittel optimal miteinander vernetzt. Es bietet für jeden Geschmack und jede Präferenz die passende An- und Abreisemöglichkeit. Ob zu Fuß, mit dem Rad, den öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Auto – alle Wege führen nicht nur nach Rom, sondern auch sicher und komfortabel zum größten Volksfest Nordrhein-Westfalens.

 

Erstmals werden in diesem Jahr Markierungen auf den Gehwegen von der Rathausstraße bis zum Kirmesplatz angebracht. Die vom städtischen Fachbereich Tiefbau und Verkehr entwickelten Pfeile sollen Besuchern vom Hauptbahnhof Wanne-Eickel den direkten Weg zum Festgelände weisen und werden bis Anfang kommender Woche installiert.

 

Fahrrad und E-Scooter: Die umweltfreundliche Alternative

„Die schönste Form der Anreise zur Cranger Kirmes ist für mich das Fahrrad. Erstens ist es gesund und umweltbewusst, zweitens kommt jeder Gast dadurch am nächsten an das Kirmesgeschehen heran“, betonte im vergangenen Jahr Kirmesdezernent Dr. Frank Burbulla. Fünf bewachte Fahrradparkplätze stehen wieder zur Verfügung: Bushaltestelle Heerstraße, Dorstener Straße/Höhe JKS, Am Rhein-Herne-Kanal/Höhe Alpen Coaster, Schleuse Wanne-Eickel, Haupt-/Ecke Florastraße.

 

Die Nutzungsgebühr beträgt einen Euro pro Tag. Am Abstellplatz an der Achterbahn stehen zusätzlich Ladesäulen für E-Bikes bereit. Im vergangenen Jahr wurden 7.643 Tickets verkauft, wobei die Parkfläche am Busdreieck Heerstraße besonders nachgefragt war. Für E-Scooter gibt es zentrale Abstellmöglichkeiten an der Dorstener Straße, Hauptstraße und Rathausstraße.

 

ÖPNV: Bequem und zuverlässig

Die Straßenbahn Herne – Castrop-Rauxel GmbH (HCR) verspricht „bequeme und zuverlässige“ Verbindungen direkt zu den Kirmeseingängen. Von den Bahnhöfen Wanne-Eickel und Herne fahren zahlreiche Buslinien ohne lange Wartezeiten zum Festgelände. Besonders praktisch: Der P+R-Parkplatz an der Forellstraße/Westring in Herne-Baukau ist an allen Kirmestagen geöffnet. Pendelbusse verkehren im Zehn-Minuten-Rhythmus zum Festgelände. Ein Kombi-Ticket für Parkplatz und Fahrt für bis zu fünf Personen kostet 7,99 Euro und muss vor Ort bargeldlos bezahlt werden.

 

Neuer Parkplatz für Autofahrer

Für Besucher, die mit dem eigenen Pkw anreisen, steht in diesem Jahr ein neuer Parkplatz mit 260 Stellplätzen an der A42 Auf-/Abfahrt Herne-Crange (Dorstener Straße) zur Verfügung. Darüber hinaus können die mit P-Schildern ausgewiesenen gebührenpflichtigen Flächen rund um den Kirmesplatz genutzt werden. Um den sogenannten „Parksuchverkehr“ rund um den Kirmesplatz zu verringern, gelten während der Kirmes umfangreiche Straßensperrungen:

 

  • Ab Freitag, 25. Juli, 8 Uhr:
    Heerstraße von Corneliusstraße bis Dorstener Straße.
  • Dorstener Straße zwischen Recklinghauser Straße und A42-Auf-/Abfahrt Herne-Crange.

 

Ab Kirmesbeginn, 31. Juli, zusätzlich:

  • Die Hertener Straße wird bei Bedarf zwischen 18-22 Uhr (werktags) bzw. 15-22 Uhr (Wochenenden) durch eine technische Schranke gesperrt.
  • Am Familientag (Mittwoch, 6. August) ist eine Sperrung bereits ab 14 Uhr möglich.
  • Anliegerverkehr zwischen den Kreuzungen Dorstener Straße/Rathausstraße bzw. Dorstener Straße/Heinitzstraße nur bis 13 Uhr.
  • Die Dorstener Straße wird ab 13 Uhr an der Kreuzung Recklinghauser Straße gesperrt.

 

Busse, Anwohnerfahrzeuge und Fahrzeuge mit Durchfahrgenehmigung können die Heerstraße jederzeit befahren. Eine Vorrangstrecke für den ÖPNV sorgt für reibungslose Verbindungen auch zu Stoßzeiten. Alle Verkehrseinschränkungen gelten bis zum letzten Kirmestag am 10. August um 24 Uhr. Ab dem 11. August soll der normale Straßenverkehr zurückkehren.

Foto: Stadtmarketing Herne, Isabel Diekmann.

Boxbude „Fight-Club“ wirft das Handtuch

Neuer Besitzer verzichtet in diesem Jahr auf seine Rückkehr nach Crange

Boxbude „Fight-Club“ wirft das Handtuch

„Ring frei für …“ wird es auch in diesem Jahr nicht auf der Cranger Kirmes heißen. Charly Schultz, seit über drei Jahrzehnten auf den Rummelplätzen der Republik unterwegs, hatte seinen Betrieb „Fight Club“ vor zwei Jahren verkauft. „Der neue Besitzer hat uns jetzt mitgeteilt, dass er auch in diesem Jahr nicht zu uns kommt“, so Kirmes-Platzmeister Alexander Neumann.

 

Erfolgte die Absage im Vorjahr aus Krankheitsgründen, ist es in diesem Jahr eine unternehmerische Entscheidung der Fight-Club-Merz UG gewesen, die die bekannte Marke „Fight-Club“ im Jahr 2023 von Charly Schultz übernommen hatte. Für den Aufbau des größten Volksfestes in Nordrhein-Westfalen, das am 31. Juli 2025 eröffnet wird, hat dies keine Auswirkungen. „Die Lücke am angestammten Platz der Boxbude wird schon bald geschlossen“, so Neumann, der seit Mittwoch, 9. Juli, seinen festen Arbeitsplatz auf den Rummelplatz verlegt hat, um vor Ort die Aufbauarbeiten zu koordinieren. Schließlich sei es ein attraktiver Standort. Die Boxbude war im Nordwesten des Platzes gegenüber der Crange-Neuheit „BayernTower“ und dem Überkopf-Fahrgeschäft „Predator“ eingeplant. Durch eine Boxbude kann der „Fight-Club-Merz“ nicht ersetzt werden; Thomas Merz und Stefan Ballack betreiben die einzige reisende Boxbude in Deutschland.

 

Lauter als das Rattern der Achterbahn

Charly Schulz, 1947 geboren in Saarbrücken, ist ein Schaustellerkind. Er boxte selbst, ein Mittelhandbruch beendete seine sportliche Laufbahn. 1985 kaufte er den „Fight Club“, der sich vor allem in den Abendstunden zu einer Attraktion für viele Kirmesbesucher entwickelte. Von außen, bei der One-Man-Show von Charly Schultz, war der Ring nur bis kurz vor den Kämpfen zu sehen, dann versperrte ein Vorhang die Sicht. Drinnen saßen die maximal 400 Zuschauer so dicht am Ring, dass sie ihre Bierbecher auf dessen Rand abstellen konnten. Der langjährige Betreiber war ein echtes Unikum. Legendär sind seine Auftritte auf den Stufen vor der Boxbude, wo er mit seinen ins Mikrofon gebrüllten Lockrufen selbst das Rattern der benachbarten Achterbahn übertönte. Im Jahr 2024 feierte der Dominik Galizias Spielfilm „Rock ’n’ Roll Ringo“ Premiere in der Filmwelt Herne – eine Hommage an die uralte Jahrmarktstradition des Schau-Boxens. Als Berater, Box-Promoter und Kultfigur begleitet Schultz die Boxbude „Fight Club“ weiterhin. Das Wiedersehen auf Crange fällt in diesem Jahr aus.

Charly Schultz hat die Boxbude Fight-Club verkauft. Der neue Besitzer verzichtet in diesem Jahr auf eine Teilname an der Cranger Kirmes. Foto: © Stadtmarketing Herne GmbH, Ingo Thran.

Festumzug der Cranger Kirmes

Großer Festumzug der Cranger Kirmes am Samstag, 2. August:

„Wanne-Eickel völlig euphorisiert“

Die große Liebe zu „ihrer“ Cranger Kirmes zeigen die Herner und Wanne-Eickeler zwar an allen elf Tagen des Volksfestes – an einem aber ganz besonders: immer am ersten Kirmessamstag beim traditionellen Festumzug. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein. Am 2. August verwandelt sich die Wanne-Eickeler Hauptstraße in eine wahre Paradestrecke, mit über 4.000 Menschen auf und (erwarteten) 120.000 Schaulustigen an der Straße. Dann gibt es dort zwischen 10.30 und ca. 14 Uhr nur ein Motto: Spaß, Spaß, Spaß, gemixt mit ausgelassener Partylaune und viel Musik.

 

Die Stadt Herne als Veranstalterin spürte bereits im Vorfeld überschäumende Stimmung und Vorfreude: „Wochenlang haben mich völlig euphorisierte Wanne-Eickeler angerufen, um sich für eine Teilnahme am Festumzug zu bewerben“, freut sich Zugleiter Eduard Belker, der ein Lebensgefühl kennengelernt habe, dass er bisher nur vom Kirmesplatz gekannt habe. Das Interesse an dem Umzug ist vor allem bei den Vereinen, Organisationen und Unternehmen aus Herne und Wanne-Eickel weiterhin riesengroß. Einige Dutzend Anfragen mussten vertröstet werden. 15 neue Teilnehmer freuen sich auf ihre Crange-Premiere, darunter Adams Armaturen, die Palliativgruppe Herne und eine mysteriöse Fußgruppe „Kai Werner“. „Auch für das Wir-Gefühl und fürs Herz ist etwas dabei“, so Belker, „denn Müntefering Städtereinigung ermöglicht es einer Seniorengruppe aus einer Pflegeeinrichtung, mit einer Bimmelbahn mitten im Geschehen des Zugs zu sein.“ Die 103 Startnummern, teils in Kombination aus Wagen und Fußgruppe, teilen sich in absoluten Zahlen ausgedrückt wie folgt auf (Stand: 22. Juli): 83 Festwagen, 22 Fuß- und acht Musikgruppen machen sich am Samstag, 2. August, ab 10.30 Uhr auf den Weg von Eickel in Richtung Kirmesplatz.

 

Adams Armaturen und Kirmespiraten
„Für uns ist die Verbundenheit mit Herne und dem Ruhrgebiet wichtig. Gemeinsam möchten wir unsere Heimat feiern – Ruhrpott-Power, die bewegt“, so Janina Thieme von Adams Armaturen. Als Symbol greife der Themenwagen einen Förderturm auf. Ein Team aus 25 Mitarbeitenden aus allen Bereichen freut sich schon auf ihre erste Zugteilnahme. Bei den Cranger Kirmespiraten kommt auch nach über 20 Jahren noch lange keine Langeweile auf. Auch wenn das Grundthema seit 2002 unverändert ist, gebe es immer etwas zu tun. „Der Lkw-Aufleger wird Jahr für Jahr neugestaltet, die Technik und Sicherheit verbessert – aktuell werden neue Reifen montiert. Am Donnerstag vor dem Festumzug geht das Schiff dann in die Werft“, berichtet Carsten Buszyk von den Cranger Kirmespiraten. „Wir hätten natürlich auch mal die Weiße Flott mit Captain Sascha Hehn als Thema nehmen können, aber das würde einfach nicht zu unserer Musik passen“, so Buszyk.

 

Schaustellende sorgen mit für die Sicherheit
Die gesamte 3,7 Kilometer lange Strecke ist aktuell „frei“, es sind „keine Baumaßnahmen in Sicht, kurz vor dem Start wird die gesamte Distanz noch einmal abgefahren“, so Belker. Wenn es keine unerwarteten Verzögerungen gibt, wird die erste Gruppe gegen 12 Uhr in Crange eintreffen. Größere Pausen sollten nicht eingelegt werden, damit keine unschönen Lücken im Gesamtgefüge des Zugs entstehen. Für die notwendigen Absperrungen der Strecke sorgen neben den Schaustellenden auch die Mitarbeitenden des Grünflächenamts und von Entsorgung Herne. Damit für die Dauer des Umzuges kein Pkw den Weg des „Cranger Lindwurmes“ kreuzen kann, sichern sie mit ihren Sattelzügen, Transportern sowie kleinen und große Lkw die Zufahrten zur Route.

 

Die letzte Haltestelle für die Fest- und Mottowagen ist die Kreuzung Heidstraße/Unser-Fritz-Straße, dort löst sich der Zug in Richtung Rathausstraße oder Unser-Fritz-Straße auf. Sattelzüge und Lkw biegen ab, während die Fuß- und Musikgruppen weiter in Richtung Cranger Tor ziehen. Dort wird der letzte Teilnehmende um ca. 14 Uhr eintrudeln. Die letzte Fußgruppe, wie gewohnt Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda mit seinen Ehrengästen, muss sich auch beeilen. Denn der letzte Teller mit Erbsensuppe, die es für alle Festzugteilnehmenden gibt, wird um 14.45 Uhr an der Cranger Festhalle aufgefüllt.

 

Prämien für Sieger und Platzierte
Die Ehrentribüne befindet sich wieder an bewährter Stelle auf dem Buschmannshof in Wanne-Mitte, direkt vor dem Eingang der Sparkassen-Filiale. Von hier aus verfolgt unter anderem OB Dr. Frank Dudda die „Cranger Parade“, die von Oliver Grabowski (Radio Herne) moderiert wird. Unterstützung erhält er von Hans Peter Karpinski, dem Vorsitzenden des Herner Stadtsportbundes, der dem Publikum „seine Sportlerinnen und Sportler“ vorstellt. Ebenfalls auf der Bühne sitzt eine dreiköpfige Jury, die die drei attraktivsten und originellsten Festwagen sowie Fußgruppen kürt. Die ehrenamtliche Arbeit und der nicht geringe Zeitaufwand beim Wagenbau oder bei der Kostümierung einer Fußgruppe werden wieder honoriert: Beide Sieger erhalten je 500, die Zweitplatzierten je 350 und die Drittplatzierten je 200 Euro. Eine willkommene Prämie, die zumeist in einen ausgedehnten Bummel über den Kirmesplatz re-investiert wird.

 

Siegerehrung bei „Treff im Zelt“
Die Übergabe des „Kirmesgeldes“ an die drei originellsten Festwagen und Fußgruppen findet am Montag, 4. August, ab 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Treff im Zelt“ in der Cranger Festhalle statt. Durch den abwechslungsreichen Abend führt Peter Großmann, bekannt als Sportmoderator aus dem ARD-Morgenmagazin. Die Veranstaltung ist zugleich ein herzliches Dankeschön an rund 1.000 engagierte Ehrenamtliche aus Herne und Wanne-Eickel.

Bei der Vorstellung der Planungen für den Festumzug 2025: Zugleiter Eduard Belker, Kirmespirat Carsten Buszyk, Janina Thieme (Adams Armaturen GmbH) und Kirmessprecher Jochen Schübel. Foto: Stadtmarketing Herne GmbH