Kategorie: Allgemein
Boxbude „Fight-Club“ wirft das Handtuch
Neuer Besitzer verzichtet in diesem Jahr auf seine Rückkehr nach Crange
Boxbude „Fight-Club“ wirft das Handtuch
„Ring frei für …“ wird es auch in diesem Jahr nicht auf der Cranger Kirmes heißen. Charly Schultz, seit über drei Jahrzehnten auf den Rummelplätzen der Republik unterwegs, hatte seinen Betrieb „Fight Club“ vor zwei Jahren verkauft. „Der neue Besitzer hat uns jetzt mitgeteilt, dass er auch in diesem Jahr nicht zu uns kommt“, so Kirmes-Platzmeister Alexander Neumann.
Erfolgte die Absage im Vorjahr aus Krankheitsgründen, ist es in diesem Jahr eine unternehmerische Entscheidung der Fight-Club-Merz UG gewesen, die die bekannte Marke „Fight-Club“ im Jahr 2023 von Charly Schultz übernommen hatte. Für den Aufbau des größten Volksfestes in Nordrhein-Westfalen, das am 31. Juli 2025 eröffnet wird, hat dies keine Auswirkungen. „Die Lücke am angestammten Platz der Boxbude wird schon bald geschlossen“, so Neumann, der seit Mittwoch, 9. Juli, seinen festen Arbeitsplatz auf den Rummelplatz verlegt hat, um vor Ort die Aufbauarbeiten zu koordinieren. Schließlich sei es ein attraktiver Standort. Die Boxbude war im Nordwesten des Platzes gegenüber der Crange-Neuheit „BayernTower“ und dem Überkopf-Fahrgeschäft „Predator“ eingeplant. Durch eine Boxbude kann der „Fight-Club-Merz“ nicht ersetzt werden; Thomas Merz und Stefan Ballack betreiben die einzige reisende Boxbude in Deutschland.
Lauter als das Rattern der Achterbahn
Charly Schulz, 1947 geboren in Saarbrücken, ist ein Schaustellerkind. Er boxte selbst, ein Mittelhandbruch beendete seine sportliche Laufbahn. 1985 kaufte er den „Fight Club“, der sich vor allem in den Abendstunden zu einer Attraktion für viele Kirmesbesucher entwickelte. Von außen, bei der One-Man-Show von Charly Schultz, war der Ring nur bis kurz vor den Kämpfen zu sehen, dann versperrte ein Vorhang die Sicht. Drinnen saßen die maximal 400 Zuschauer so dicht am Ring, dass sie ihre Bierbecher auf dessen Rand abstellen konnten. Der langjährige Betreiber war ein echtes Unikum. Legendär sind seine Auftritte auf den Stufen vor der Boxbude, wo er mit seinen ins Mikrofon gebrüllten Lockrufen selbst das Rattern der benachbarten Achterbahn übertönte. Im Jahr 2024 feierte der Dominik Galizias Spielfilm „Rock ’n’ Roll Ringo“ Premiere in der Filmwelt Herne – eine Hommage an die uralte Jahrmarktstradition des Schau-Boxens. Als Berater, Box-Promoter und Kultfigur begleitet Schultz die Boxbude „Fight Club“ weiterhin. Das Wiedersehen auf Crange fällt in diesem Jahr aus.

Charly Schultz hat die Boxbude Fight-Club verkauft. Der neue Besitzer verzichtet in diesem Jahr auf eine Teilname an der Cranger Kirmes. Foto: © Stadtmarketing Herne GmbH, Ingo Thran.
Festumzug der Cranger Kirmes
Großer Festumzug der Cranger Kirmes am Samstag, 2. August:
„Wanne-Eickel völlig euphorisiert“
Die große Liebe zu „ihrer“ Cranger Kirmes zeigen die Herner und Wanne-Eickeler zwar an allen elf Tagen des Volksfestes – an einem aber ganz besonders: immer am ersten Kirmessamstag beim traditionellen Festumzug. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein. Am 2. August verwandelt sich die Wanne-Eickeler Hauptstraße in eine wahre Paradestrecke, mit über 4.000 Menschen auf und (erwarteten) 120.000 Schaulustigen an der Straße. Dann gibt es dort zwischen 10.30 und ca. 14 Uhr nur ein Motto: Spaß, Spaß, Spaß, gemixt mit ausgelassener Partylaune und viel Musik.
Die Stadt Herne als Veranstalterin spürte bereits im Vorfeld überschäumende Stimmung und Vorfreude: „Wochenlang haben mich völlig euphorisierte Wanne-Eickeler angerufen, um sich für eine Teilnahme am Festumzug zu bewerben“, freut sich Zugleiter Eduard Belker, der ein Lebensgefühl kennengelernt habe, dass er bisher nur vom Kirmesplatz gekannt habe. Das Interesse an dem Umzug ist vor allem bei den Vereinen, Organisationen und Unternehmen aus Herne und Wanne-Eickel weiterhin riesengroß. Einige Dutzend Anfragen mussten vertröstet werden. 15 neue Teilnehmer freuen sich auf ihre Crange-Premiere, darunter Adams Armaturen, die Palliativgruppe Herne und eine mysteriöse Fußgruppe „Kai Werner“. „Auch für das Wir-Gefühl und fürs Herz ist etwas dabei“, so Belker, „denn Müntefering Städtereinigung ermöglicht es einer Seniorengruppe aus einer Pflegeeinrichtung, mit einer Bimmelbahn mitten im Geschehen des Zugs zu sein.“ Die 103 Startnummern, teils in Kombination aus Wagen und Fußgruppe, teilen sich in absoluten Zahlen ausgedrückt wie folgt auf (Stand: 22. Juli): 83 Festwagen, 22 Fuß- und acht Musikgruppen machen sich am Samstag, 2. August, ab 10.30 Uhr auf den Weg von Eickel in Richtung Kirmesplatz.
Adams Armaturen und Kirmespiraten
„Für uns ist die Verbundenheit mit Herne und dem Ruhrgebiet wichtig. Gemeinsam möchten wir unsere Heimat feiern – Ruhrpott-Power, die bewegt“, so Janina Thieme von Adams Armaturen. Als Symbol greife der Themenwagen einen Förderturm auf. Ein Team aus 25 Mitarbeitenden aus allen Bereichen freut sich schon auf ihre erste Zugteilnahme. Bei den Cranger Kirmespiraten kommt auch nach über 20 Jahren noch lange keine Langeweile auf. Auch wenn das Grundthema seit 2002 unverändert ist, gebe es immer etwas zu tun. „Der Lkw-Aufleger wird Jahr für Jahr neugestaltet, die Technik und Sicherheit verbessert – aktuell werden neue Reifen montiert. Am Donnerstag vor dem Festumzug geht das Schiff dann in die Werft“, berichtet Carsten Buszyk von den Cranger Kirmespiraten. „Wir hätten natürlich auch mal die Weiße Flott mit Captain Sascha Hehn als Thema nehmen können, aber das würde einfach nicht zu unserer Musik passen“, so Buszyk.
Schaustellende sorgen mit für die Sicherheit
Die gesamte 3,7 Kilometer lange Strecke ist aktuell „frei“, es sind „keine Baumaßnahmen in Sicht, kurz vor dem Start wird die gesamte Distanz noch einmal abgefahren“, so Belker. Wenn es keine unerwarteten Verzögerungen gibt, wird die erste Gruppe gegen 12 Uhr in Crange eintreffen. Größere Pausen sollten nicht eingelegt werden, damit keine unschönen Lücken im Gesamtgefüge des Zugs entstehen. Für die notwendigen Absperrungen der Strecke sorgen neben den Schaustellenden auch die Mitarbeitenden des Grünflächenamts und von Entsorgung Herne. Damit für die Dauer des Umzuges kein Pkw den Weg des „Cranger Lindwurmes“ kreuzen kann, sichern sie mit ihren Sattelzügen, Transportern sowie kleinen und große Lkw die Zufahrten zur Route.
Die letzte Haltestelle für die Fest- und Mottowagen ist die Kreuzung Heidstraße/Unser-Fritz-Straße, dort löst sich der Zug in Richtung Rathausstraße oder Unser-Fritz-Straße auf. Sattelzüge und Lkw biegen ab, während die Fuß- und Musikgruppen weiter in Richtung Cranger Tor ziehen. Dort wird der letzte Teilnehmende um ca. 14 Uhr eintrudeln. Die letzte Fußgruppe, wie gewohnt Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda mit seinen Ehrengästen, muss sich auch beeilen. Denn der letzte Teller mit Erbsensuppe, die es für alle Festzugteilnehmenden gibt, wird um 14.45 Uhr an der Cranger Festhalle aufgefüllt.
Prämien für Sieger und Platzierte
Die Ehrentribüne befindet sich wieder an bewährter Stelle auf dem Buschmannshof in Wanne-Mitte, direkt vor dem Eingang der Sparkassen-Filiale. Von hier aus verfolgt unter anderem OB Dr. Frank Dudda die „Cranger Parade“, die von Oliver Grabowski (Radio Herne) moderiert wird. Unterstützung erhält er von Hans Peter Karpinski, dem Vorsitzenden des Herner Stadtsportbundes, der dem Publikum „seine Sportlerinnen und Sportler“ vorstellt. Ebenfalls auf der Bühne sitzt eine dreiköpfige Jury, die die drei attraktivsten und originellsten Festwagen sowie Fußgruppen kürt. Die ehrenamtliche Arbeit und der nicht geringe Zeitaufwand beim Wagenbau oder bei der Kostümierung einer Fußgruppe werden wieder honoriert: Beide Sieger erhalten je 500, die Zweitplatzierten je 350 und die Drittplatzierten je 200 Euro. Eine willkommene Prämie, die zumeist in einen ausgedehnten Bummel über den Kirmesplatz re-investiert wird.
Siegerehrung bei „Treff im Zelt“
Die Übergabe des „Kirmesgeldes“ an die drei originellsten Festwagen und Fußgruppen findet am Montag, 4. August, ab 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Treff im Zelt“ in der Cranger Festhalle statt. Durch den abwechslungsreichen Abend führt Peter Großmann, bekannt als Sportmoderator aus dem ARD-Morgenmagazin. Die Veranstaltung ist zugleich ein herzliches Dankeschön an rund 1.000 engagierte Ehrenamtliche aus Herne und Wanne-Eickel.
Nie wieder mit leerem Akku – „Powerbank to Go“ sorgt für mobile Sicherheit
Innovation auf der Cranger Kirmes 2025:
Nie wieder mit leerem Akku – „Powerbank to Go“ sorgt für mobile Sicherheit
Die Cranger Kirmes rüstet sich für die digitale Zukunft: Vom 31. Juli bis 10. August 2025 müssen Besucher des größten Volksfestes in NRW keine Sorge mehr vor einem leeren Handy-Akku haben. Erstmals stehen innovative „Powerbank to Go“-Stationen bereit, die rund um die Uhr mobile Energie liefern. Alexander Christian, Sprecher der Cranger Kirmes: „Mit diesem innovativen Service unterstreicht die Cranger Kirmes einmal mehr ihren Ruf als modernes Volksfest, das Tradition und Zukunft erfolgreich verbindet.“
Die zwischen 1,50 und zwei Meter hohen Stationen sind mit jeweils zwölf bis 24 portablen Powerbanks bestückt und werden strategisch im videoüberwachten Bereich großer Ausschankbetriebe wie der Cranger Festhalle, Steinmeister, Mexo-Bar, Traber, Arens oder dem Karaoke Biergarten positioniert. „Diese Premiere dient zum einen der Sicherheit von jedem Besucher, zum anderen steigern wir die Aufenthaltsqualität und unser Serviceangebot“, erklärt Tibo Zywietz, stellvertretender Leiter des Fachbereichs Öffentliche Ordnung der Stadt Herne. Ein funktionierendes Mobiltelefon ermöglicht es Besuchern, bei Notfällen erreichbar zu bleiben, kurzfristige Verabredungen zu treffen oder ein Taxi zu rufen.
Einfache Bedienung
Die Nutzung der Stationen, die Parkautomaten ähneln, ist denkbar simpel: Per App oder direkt am Gerät registrieren sich Nutzer, zahlen 15 Euro Pfand und entnehmen eine Powerbank. Die Kosten betragen zwei Euro pro 30 Minuten, ab zwei Stunden gilt der Tagestarif von zehn Euro. Bezahlt werden kann mit allen gängigen Systemen über das Handy oder mit Karte. Auch bei einem leeren Handyakku ist die Nutzung möglich – einfach die Karte direkt an das Bezahlterminal halten, um die Powerbank zu entnehmen. Die portablen Powerbanks sind mit allen gängigen Kabeln ausgestattet und können auch für Tablets oder Kopfhörer genutzt werden. Besonders praktisch: Die Rückgabe ist an jeder Station möglich.
Ideengeber ist das Kölner Unternehmen „voozaa“, das nach eigenen Angaben bis 2027 mit 675.000 Stationen die Nummer 1 in Europa werden will. Franchise-Partner in Herne sind Ugur Tahmaz und Alexander Thoma, die das System erstmals auf einem deutschen Volksfest einführen. „Wir hoffen auf Aufmerksamkeit für unsere Dienstleistung, denn die Stationen können überall aufgestellt werden – in der Gastronomie, im Einzelhandel, in großen Arztpraxen oder im Fußballstadion“, so Tahmaz, der schmunzelnd ergänzt: „Die Rückgabe funktioniert sogar am Strand auf Mallorca – dort haben wir nämlich auch Stationen.“
Die Standorte der „Powerbank to Go“-Stationen:
- Almhüttendorf
- The Bar
- Cranger Festhalle
- Karaoke-Biergarten
- M3 – Cranger Treff
- Max & Moritz
- Mexo-Bar
- Schnitzelmühle
- Steinmeister’s Bierpavillon
- Traber – Der Ausschank 2.0


Die Betreiber der „Powerbank to Go“-Stationen Ugur Tahmaz (li.) und Alexander Thoma mit Tibo Zywietz (re.) vor dem Riesenrad auf dem Festplatz.
Das obere Bild zeigt eine Station mit den Schubfächern für die Powerbank, dem QR-Code sowie dem Bedienfeld für die Registrierung per Karte.
Fotos (2): Stadtmarketing Herne GmbH






