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Festumzug
Das war der Cranger Kirmes-Festumzug 2025:
„Ein starkes Wir“ und Meeresgott auf Platz 1
Beim traditionellen Festumzug der Cranger Kirmes wurde der SV Neptun heute (2.8.) zur kreativsten Fußgruppe gekürt. Bei den Mottowagen überzeugte der Festwagen der Evangelischen Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel die Jury. Rund 120.000 Schaulustige ließen sich nicht von kleineren Regenschauern abhalten und sahen einen nach Angaben des Veranstalters friedlichen Umzug ohne besondere Zwischenfälle.
Auf den etwa vier Kilometer langen Weg von Eickel nach Crange machten sich am Samstag pünktlich um 10.30 Uhr 82 Festwagen, 21 Fuß- und acht Musikgruppen (insgesamt 101 Startnummern) mit ca. 4.000 Teilnehmenden. Lediglich ein Fahrzeug musste sich anders als geplant einreihen, weil der Fahrer verspätet eintraf. Die Tribüne Am Buschmannshof wurde trotzdem so früh wie selten erreicht. Der Prunkwagen der amtierenden NRW-Kirmeskönigin Pauline I., die Rosen verschenkte, führte den Zug samt Schaustellerpräsident Albert Ritter (DSB) an, gefolgt und musikalische begleitet vom Ruhrkohleorchester. Ein besonderer Hingucker: Der Festwagen des Cranger Weihnachtszaubers brachte mitten im Sommer Schnee nach Crange. Zu weihnachtlichen Melodien sprühte der Grinch Kunstschnee in dicken Flocken auf die Zuschauer. Viele Gruppen griffen wieder den diesjährigen Slogan der Cranger Kirmes auf: „Die einzig wahre Cranger Kirmes. Alles andere ist Rummel!“
Im Verlauf des Zugs kam es vor der Tribüne zu keinen Lücken, der Zug geriet nicht ins Stocken und es gab „keine besonderen Vorkommnisse“, so Zugleiter Eduard Belker. „Die Stimmung war trotz der Regenschauer hervorragend. Die Wanne-Eickeler lassen sich einfach nicht vom Wetter abhalten. Wohin man auch hinschaute, nur gut gelaunte Menschen, die singen, tanzen, Selfies machen und die Strecke in eine bunte Partymeile verwandeln.“, resümiert Belker. Musikalisch allgegenwärtig war das Stimmungslied „Wackelkontakt“ von Oimara. Wie es die Tradition verlangt, wurden auch das „Steigerlied“ und „Der Mond von Wanne-Eickel“ (Friedel Hensch und die Cyprys) angestimmt. Im 50. Jahr der Städte-Ehe zwischen Herne und Wanne-Eickel stehen die Zeichen auf Harmonie. Mitten in Wanne erhielten der Herner Turn-Club und der Baukauer Turn-Club Szenenapplaus für ihre Herne-Rufe.
„Am Kirmesplatz hat sich der Festumzug um kurz nach 14 Uhr reibungslos und ohne Stau aufgelöst“, so Belker, der auch die gute Zusammenarbeit mit der Polizei hervorhob. Für die notwendigen Absperrungen an der Strecke sorgten neben dem Team der städtischen Bauhöfe auch die Schausteller, die ihre Sattelzüge, Transporter sowie kleinen und großen Lkw in die Nebenstraßen der Hauptstraße stellten, damit für die Dauer des Umzuges kein Pkw den Weg des „Cranger Lindwurmes“ kreuzen konnte. Zum ersten Mal begleitete die WAZ den Umzug mit einer Live-Sendung.
Jury zeichnet „Ein starkes Wir“ und Unterwasserthema aus
Beim Schaulaufen vor der Tribüne am Buschmannshof stellte Hans Peter Karpinski, Vorsitzender des Herner Stadtsportbundes, nach der Reihe „seine Sportler“ vor – die Zugdauer betrug etwa 100 Minuten. Bei Einfallsreichtum, Kreativität und Herzblutfaktor zeigten sich die Vereine und Organisationen bunt und vielfältig. Die dreiköpfige Jury mit Marvin Boettcher (Geschäftsführender Gesellschafter: Mondpalast von Wanne-Eickel), Dr. Dirk Drenk (Geschäftsführung: Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne mbH) und Jochen Schübel (Pressebüro Cranger Kirmes) nahm alle genau unter die Lupe wählte die attraktivsten und originellsten Festwagen und Fußgruppen aus. „Einfach gute Stimmung zu haben, die sich auf die Jury überträgt“, war in den Augen von Marvin Boettcher eine gute Voraussetzung.
Nach Abwägung der Leistung und Beratung fiel die Wahl bei den Festwagen einstimmig auf die Evangelische Krankenhausgemeinschaft Herne | Castrop-Rauxel, die ihren Wagen unter dem Motto „Ein starkes Wir“ auf den Zug schickt. Den zweiten Platz belegten die „Wanner Mädels und Jungs“, eine junge Truppe, deren gute Laune sofort ansteckte – hier sei in den nächsten Jahren laut Jury durchaus auch ein erster Platz zu erwarten. Die „Cranger Kirmes Ritter“ landeten auf dem dritten Platz.
Bei den Fußgruppen setzte sich in den Augen der Jury eindeutig der SV Neptun, der größte Herner Schwimmverein, durch. Mit Neptun und Meerjungfrau setzten sie das Unterwasserthema gekonnt um und verbesserten sich vom dritten Platz des Vorjahres. Auf den zweiten Platz schaffte es das Palliativ-Netzwerk mit dem Motto „Das einzig wahre Leben ist jetzt“. Der dritte Platz ging an die Wanne-Eickeler Schornsteinfeger, deren Anblick überall für gute Laune sorge – schließlich bringen sie Glück.
Sonderpreis der Jury
Zum ersten Mal vergibt die Jury einen Sonderpreis für besonderes soziales Engagement. Die Wirtschaftsförderungsgesellschaft Herne und der Mondpalast von Wanne-Eickel vergeben aus eigenen Mitteln ein Preisgeld von je 150,- Euro an den Festwagen und die Fußgruppe Hot-Jüngerbistro und Wittekindshof sowie die Müntefering Industrie- und Städtereinigungs-GmbH für die restaurierte Bimmelbahn, die früher einmal als Parkplatz-Shuttle zum Kirmesplatz fuhr. Auf der Bahn fuhren etwa 30 Personen der Teestube Hl. Familie an der Rottbruchstraße in Holsterhausen mit, meist erwachsene Menschen mit Handicap. Außerdem die mit 95 Jahren wohl älteste Teilnehmerin des Festumzugs.
Siegerehrung am 4. August bei „Treff im Zelt“
Die Sieger bei den Festwagen und Fußgruppen erhalten je 500, die Zweitplatzierten je 350 und die Drittplatzierten je 200 Euro. Die Übergabe des „Kirmesgeldes“ an die drei originellsten Festwagen und Fußgruppen findet am Montag, 4. August, ab 19 Uhr im Rahmen der Veranstaltung „Treff im Zelt“ in der Cranger Festhalle statt. ARD-Sportmoderator Peter Großmann führt durch das bunte Programm des Abends, der gleichzeitig ein Dankeschön an mehrere Hundert Ehrenamtliche in Herne und Wanne-Eickel ist.
Die offizielle Eröffnung
Cranger Kirmes 2025:
„Wir brauchen mehr Crange in Deutschland“
Vizekanzler Lars Klingbeil: „Hier wird das gelebte Miteinander, dass unsere Gemeinschaft ausmacht, sichtbar.“
Hernes OB Dr. Frank Dudda fordert respektvollen Umgang ein. Maite Kelly schickt Videobotschaft an Roland Kaiser
Vizekanzler Lars Klingbeil hat neue Freunde gewonnen. Bei der offiziellen Eröffnung der Cranger Kirmes sagte er am frühen Freitagnachmittag im Festzelt vor über 1.000 Gästen: „Wir brauchen mehr Crange in Deutschland. Denn hier wird das gelebte Miteinander, dass unsere Gemeinschaft ausmacht, sichtbar – unabhängig von Herkunft oder Hintergrund.“
Kurz danach wurde das größte Volksfest in NRW offiziell eröffnet, traditionell durch Hernes Oberbürgermeister: „Piel op no Crange“ rief um 14.32 Uhr Dr. Frank Dudda und lud gleichzeitig zu weiteren zehn Tagen voller Lebensfreude, Energie und strahlender Gesichter ein. Beim Spektakel am Rhein-Herne-Kanal ist es Tradition, dass am ersten Freitag im August die offizielle Eröffnung gefeiert wird. Die Karussells drehten sich bereits am Donnerstag (31. Juli) ab 13 Uhr, gut 150.000 Besucher, und damit 25.000 mehr als im Vorjahr, zählte der Veranstalter trotz des leichten Regens.
„Das ist die einzig wahre Kirmes. Alles andere ist Rummel!“
Die über 1.000 Besucher in dem im Gegensatz zu den letzten Jahren verkleinerten Festzelt ließen sich am Freitag sofort von der besonderen Crange-Atmosphäre anstecken. Selbstbewusst sagt Frank Dudda: „Das ist die einzig wahre Kirmes. Alles andere ist Rummel!“ Um dann alle Besucher, erwartet werden bis zum 10. August über vier Millionen, aufzurufen, respektvoll miteinander umzugehen: „Ohne Respekt geht hier gar nichts. Wir in Herne sind keine Null-Solidarität-Gesellschaft. Wagt es nicht, respektlos gegen die Nachbarn des Festgeländes, gegen die Ordnungsdienste, die Polizei, die Rettungskräfte zu sein. Denn wir wollen eine friedliche Kirmes erleben.“ Worte, die auch Lars Klingbeil gefielen. Der „etwas schüchterne Norddeutsche“, wie er sich selbst nannte, erklärte in seinem Grußwort, warum er gerade jetzt, in schwierigen und komplizierten Zeiten, eine Kirmes besuche: „Weil gerade hier gezeigt wird, dass wir offen sind, dass wir zusammenhalten und dass wir unsere Freiheit lieben.“
War das Fass manipuliert?
Die Lieblingsbeschäftigung von Frank Dudda ist nicht der Fassanstich: „Das macht mich immer wieder aufs Neue nervös“, gab er schmunzelnd zu, schnaufte einmal kräftig durch und ging ans Werk: Nach drei Schlägen floss aber nicht der Gerstensaft, sondern fiel der Zapfhahn – erst nach zwei weiteren war der Akt beendet. „Das Fass war manipuliert“, lachte Hernes OB. Begleitet von Konfettiregen und Böllerschüssen rief er dann den Satz „Piel op no Crange“ in die Menge – und überließ einer echten Powerfrau die Bühne.
Maite Kelly hat das Festzelt sofort im Griff
„Hallo. Ich bin’s. Die Maite.“ So begrüßte Maite Kelly das Festzelt und reihte anschließend Hit an Hit. Auch sie lobte das Ruhrgebiet: „Ich weiß noch, wie wir hier mit der Kelly-Family auf der Straße gespielt haben. Da war es immer voll, ganz im Gegensatz zu den Städten, wo viele reiche Leute leben.“ Sympathisch, mit einer kraftvollen Stimme, hatte sie das Zelt sofort im Griff und steuerte nach einer knappen halben Stunde auf ihren Mega-Hit „Warum hat Du nicht nein gesagt“ zu. Sie sang ihn einmal in der XXL-Version, dann noch einmal als Zugabe, verbunden mit besonderen Grüßen und einer Videobotschaft per Handy „an den Kaiser“. Damit war natürlich Roland gemeint, „den ich immer frage, ob ich dieses Lied auch alleine singen darf. Dann sagt er immer: Mädchen, das ist doch unser Lied.“ Beim Handy-Video gab auch das Zelt alles – und wenn es „dem Kaiser“ gefällt, kommt er vielleicht auch einmal nach Crange, was nicht nur seinen Fan Frank Dudda freuen würde.
Festumzug am Samstag, 2. August
Am morgigen Samstag, 2. August, folgt bereits der nächste Höhepunkt im Programm der Cranger Kirmes 2025. Ab 10.30 Uhr werden zum Festumzug mit ca. 4.000 Teilnehmenden am Straßenrand zwischen den Stadtteilen Eickel und Crange ca. 120.000 Schaulustige erwartet.
Ein Kölner wird „Bester auf Crange“ und fühlt sich „sehr, sehr geehrt“
Für die Kinder-Achterbahn „Willy der Wurm“:
Ein Kölner wird „Bester auf Crange“ und fühlt sich „sehr, sehr geehrt“
Auszeichnung für Familie Bauermeister während des Schaustellerempfangs einen Tag vor dem Start der Cranger Kirmes 2025
Authentizität, Herzblut, Ideenreichtum, Liebe zum Detail: Diese Attribute vereint nach Auffassung der Cranger Kirmes die Kölner Schaustellerfamilie Bauermeister auf sich. Daher erhielt Ingo Bauermeister am Mittwochnachmittag im ehrwürdigen Ratssaal des Herner Rathauses den begehrten Schausteller-Award „Bester auf Crange 2024“. Würdiger Rahmen für die Verleihung des Cranger „Oscars“, immer rückwirkend für das vergangene Kirmes-Jahr, war der traditionelle Schaustellerempfang der Stadt, der immer einen Tag vor Beginn des größten Volksfestes in NRW stattfindet. Die Cranger Kirmes beginnt am Donnerstag, 31. Juli, und dauert elf Tage bis zum Sonntag, 10. August. Erwartet werden auf dem Festplatz am Rhein-Herne-Kanal über vier Millionen Besucher.
Den Award erhielt die Familie Bauermeister für ihre Kinder-Achterbahn „Willy der Wurm“. Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda gab augenzwinkernd zu: „Ich bin mit meinem Sohn mitgefahren. Das ist die einzige Achterbahn, die ich angstfrei besuchen kann.“ Der Geehrte, übrigens an einem Kirmes-Sonntag im Jahr 1980 in Herne geboren, bedankte sich sichtlich bewegt für die Auszeichnung: „Unter 500 Schaustellern, die in jedem Jahr nach Crange kommen, der beste zu sein, macht mich sehr stolz. Und beim Blick auf die bisherigen Sieger fühle ich mich zudem sehr, sehr geehrt.“
Familienkirmes mit 16 Angeboten für die jüngeren Gäste
Premiere feierte das Fahrgeschäft in Hernes Nachbarschaft, auf der Palmkirmes in Recklinghausen, 2019 stand es erstmals „auf Crange“. „Willy der Wurm“ ist nach Angaben von Ingo Bauermeister, seit 2015 Besitzer des Fahrgeschäfts, die erste vollthematisierte, reisende Familien-Achterbahn in Deutschland. Die technischen Daten: Schienenlänge 143 m, 24 Personen pro Fahrt, Geschwindigkeit bis zu 5 m pro Sekunde. Der Zug ähnelt einem farbenfrohen Regenwurm, an der Strecke stehen bis zu sieben Meter hohe bewegliche Figuren mit LED-Displays. Genutzt wird eine energieeffiziente und umweltfreundliche LED-Lichttechnik, ein weiteres Highlight ist die vollautomatische Fotoanlage.
Auf der Familienkirmes Crange hat „Willy“ eine riesige Fangemeinde. Die rasante Achterbahn ist eines von in diesem Jahr 16 Angeboten für jüngere Kirmesbesucher. Die Fahrt führt durch eine bunte Fantasiewelt, mit dem Zug in Form eines Regenwurms geht es über zwei Etagen vorbei an wasserspritzenden Ameisen und anderen gigantischen Insekten. Abenteurer ab sechs Jahren dürfen alleine zusteigen, jüngere Kinder in Begleitung.
„Wir haben das Vergnügen, Sie die Arbeit“
„Crange ist Liebe und Leidenschaft. Diese Kirmes ist unser soziales Bindeglied. Herne und Wanne-Eickel ohne die Kirmes wären nicht Herne und Wanne-Eickel. Und auch in diesem Jahr wird es wieder ein ganz besonderer Platzaufbau werden, ganz ohne Lücken.“ Mit diesen Worten bedankte sich Hernes Oberbürgermeister vor der Verleihung des Awards bei allen Schaustellern und lobte vor allem die gemeinsame Wertschätzung: „Es gibt ein ganz enges Band zwischen Ihnen und uns als Veranstalter. Und zwar nicht nur auf, sondern auch neben dem Kirmesplatz.“ Um dann erfolgreiche elf Kirmes-Tage zu wünschen, in denen, so Frank Dudda, „wir das Vergnügen und Sie die Arbeit haben“. Sätze, die Albert Ritter, Vorsitzender des Deutschen Schausteller-Bundes (DSB), natürlich besonders gerne hörte. „Es ist in unserer Branche nicht selbstverständlich, dass unsere Arbeit in solch einem würdigen Rahmen geehrt wird. Hier in Herne sind wir wirklich anerkannt. Und zwar absolut auf Augenhöhe.“ Auch hinter den Kulissen werde alles für ein gutes Miteinander getan, unter anderem durch einen neuen, asphaltierten Standplatz für die Wohnwagen der Schausteller. Auch die gelungene Wahl freute den DSB-Chef, denn „der Award für einen jüngeren Schausteller wie Ingo Bauermeister ist ein wichtiges Signal, um Kirmessen auch für die nächsten 500 Jahre zu sichern“.


Verleihung des Awards „Bester auf Crange“ im Herner Rathaus: Die Kölner Schausteller-Familie Bauermeister mit Ingo, Sohn Theo, Tochter Lisa und Ehefrau Patricia sowie Hernes Oberbürgermeister Dr. Frank Dudda (von links). Die Auszeichnung gab es für die Kinder-Achterbahn „Willy der Wurm“.
Foto: Thomas Schmidt/Schausteller













